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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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Iranische Felsreliefs : vol.1 |
| イランの岩壁彫刻 : vol.1 |
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Relief erinnert an eine im Berliner Museum befindliche Gemme¹) (Abb. 43), auf der ein Knabe zwischen einem bärtigen Mann und einer Frau, die anscheinend lange Locken trägt, dargestellt ist. Auch hier wendet der Knabe seinen Kopf der rechts stehenden Frauenfigur zu. Vielleicht handelt es sich hier um eine gleiche oder ähnliche Szene wie auf dem Relief von Naqsh i Rustam.
Der links von Narsê stehende Mann, der die Rechte mit der üblichen Respektsbewegung emporhält, stellt jedenfalls einen Würdenträger vor. Er trägt die für jene Großen des Reiches charakteristische, mit einem Monogramm oder Abzeichen versehene Mütze, jedoch ohne die flatternden gefalteten Bänder daran, die allein dem König oder der königlichen Familie zukommen. Wir kennen durch den Schriftsteller Patricius die Namen²) von drei Großen des sasanidischen Reiches, die an den Friedensverhandlungen zwischen Narsê und dem Kaiser Galerius teilnahmen: Apharban, der zum Kaiser geschickte Gesandte, Archapetes, der Oberste der Garde, und Barsaborsus, der Gouverneur einer an der armenischen Grenze liegenden Provinz³). Vielleicht ist einer derselben oder der übliche Oberfeldherr hier porträtiert, den die Armenier Sparapet, das Königsbuch Pehlewân nennt. (Spiegel a. a. O. III, pag. 643.) Von den bisherigen Abbildungen des Reliefs beansprucht die Taf. CLXXXVI bei Flandin et Coste besondere Aufmerksamkeit, weil hier, wie schon erwähnt, die Figuren in ganzer Größe dargestellt sind. Es scheint, daß das Relief nicht vollendet worden ist. Die vertiefte Fläche läßt links noch Raum für eine fünfte Figur übrig, von der man die Umrisse vom Rücken und Arm, einer dem Großen ähnlichen Persönlichkeit, undeutlich erkennen kann. Daraus jedoch, daß die gesamte Fläche links von der Gruppe höher, wie der Grund des sonstigen Reliefs, und ungeglättet ist, glaube ich zu schließen, daß man absichtlich eine angefangene Figur hier wieder entfernt hat, um dadurch dem Relief ein einigermaßen fertiges Ansehen zu geben. Eine von Fanatismus diktierte Zerstörung scheint mir hier nicht vorzuliegen; der fanatische Mohammedaner, der das Gesicht der Göttin zerstört hat, hätte auch bei einer anderen Figur nur das Antlitz unkenntlich zu machen, ihm die Augen und damit die Seele zu nehmen versucht. Vielleicht ist das Relief bei der Thronentsagung des Narsê noch nicht vollendet gewesen und nach orientalischer Gewohnheit hat der Nachfolger nicht daran gedacht, ein vom Vater begonnenes Werk fortzusetzen. Auch der Grund wäre möglich, daß der Würdenträger, der hier porträtiert werden sollte, in Ungnade fiel, und daß man dann von einer Darstellung seiner Persönlichkeit Abstand nahm.
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