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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0120 |
Iranische Felsreliefs : vol.1 |
| イランの岩壁彫刻 : vol.1 |
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Wohnpaläste gezwängt, und das SO.-Gebäude ist auf den weiten, tieferen Teil der Terrasse gestellt, wo
die Wahl des Platzes ziemlich großen Spielraum hatte.
An dem Zentralgebäude und dem Hundertsäulensaal gibt der Inhalt einiger Reliefs einen wichtigen
Hinweis auf den Erbauer. Da ist zunächst das Relief mit den zwei Großkönigen auf dem achtund-
zwanzigfigurigen Throne in der östlichen Tür des Zentralgebäudes (Stolze 51, vgl. S. 42 und Kap. XXII
bis XXV). Die 28 Thronträgerfiguren sind nicht die des Dareiosgrabes; die anderen Gräber kommen
hier als bloße Kopien des Urbildes nicht in Betracht. Dagegen habe ich in Kap. II—III ihre Überein-
stimmung mit den Völkerschaften des Tributzuges vom Apadana des Xerxes gezeigt, und ebenfalls,
daß der Rest eines Tributzuges am Palast des Xerxes gerade mit zwei Völkern dieser Darstellungen
identisch ist. Da diese Tributzugsreliefs auf der wechselnden Satrapienteilung beruhen, so muß ein
historischer Zusammenhang vorliegen. Wenn nun zwei Großkönige auf dem Throne stehen, so muß
man sie zunächst für Dareios I. und Xerxes ansehen. Denkt man daran, wie Xerxes in seiner Torinschrift
und ebenso in der Aufschrift auf dem Taçara des Dareios seine eigene Bautätigkeit und die seines Vaters
als eine zusammenfaßt, so scheint mir folgende Deutung des eigenartigen Reliefs nahezuliegen: Dareios
begann den Bau der Terrasse und des Taçara. Dann wurde die eigentliche Bauleitung Xerxes als Thron-
folger übertragen. Aus der Erzählung Herodots (VII, 2—4), die aus der Gruppe der Demaratererzählungen
stammt, scheint hervorzugehen, daß Xerxes von Dareios offiziell zum Thronfolger designiert ward. Das
Relief des Zentralgebäudes ist dann eine, vermutlich kurz nach Dareios' Tode ausgeführte symbolische
Darstellung dieses Verhältnisses, der verstorbene Großkönig als eigentlicher Bauherr thronend, der
Thronfolger als Bauleiter ihm zur Seite stehend. Auf einem Torgebäude — denn das Zentralgebäude
ist ein inneres Tor — ist ein solches auf den gesamten Bau bezügliches Relief wohl am Platze. Dieses
innere Tor scheint mir auch die Annahme innerer Mauern notwendig zu machen. Und dadurch wieder
wird eine vorherige Disposition für die ganze Anlage wahrscheinlich.
An den beiden riesenhaften Apadana-Bauten ist naturgemäß am längsten gearbeitet worden.
Der Hundertsäulensaal zeigt auf den Türen seiner Rückwand zwei Reliefs, die die obigen Annahmen
unterstützen: die vierzehnfigurigen Throne (vgl. Abb. 10) stimmen, wie ich ebenfalls im Kap. II—III
gezeigt habe, mit den Thronen des Zentralgebäudes und mithin den Gruppen des großen Tributzuges
überein. Das würde auf Xerxes als Verfertiger der Reliefs deuten. Nun sind die Reliefs nicht auf Platten,
sondern auf die Quadern der Gebäude gemeißelt. Sie sind also erst nach Fertigstellung der Türen und
Fenster, und daher, aus technischen Gründen, erst nach Fertigstellung des ganzen Rohbaues angefertigt
worden. Es ist also möglich, daß der Bau bereits von Dareios begonnen wurde. Dafür scheinen mir die
anderen Reliefdarstellungen, nämlich die Audienzreliefs (vgl. Abb. 65, Kap. XXIII—XXV) zu sprechen.
Hier stehen hinter dem thronenden Großkönig sein Lanzen- und sein Streitaxtträger, völlig identisch
mit den durch ihre Beschriften gekennzeichneten Figuren des Gobryas und Aspathines vom Grabe des
Dareios. Wenngleich die späteren Gräber auch diese Figuren, mit geringen Abweichungen, kopieren,
so ist doch das Audienzrelief durchaus nicht etwas Kopiertes, vielmehr stellt es, neben dem großen
Tributzuge, die originellste Schöpfung und das künstlerischste und reifste Werk der Skulptur
von Persepolis überhaupt dar. Daher erachte ich es für gewiß, daß hier Dareios selbst mit Gobryas und
Aspathines dargestellt ist. Da Aspathines z. B. auf dem Bisutûn-Relief noch fehlt, und gewiß erst nach
Indaphernes' Ende sein hohes Amt bekleidete, so scheint uns Relief dem Grabrelief des Dareios zeitlich
nahezustehen. Es dürfte in die letzten Jahre des Dareios gehören. Der Hundertsäulensaal wäre also
etwa gleichzeitig mit dem Taçara begonnen, bald nach Beendigung des Terrassenbanes. Seine Ausstattung
und die Skulpturen aber wären erst in Xerxes' ersten Jahren beendet worden. Eine Beobachtung Stolzes
bestätigt dies. An der nordwestlichen Tür des Xerxespalastes fand und untersuchte er ein vorhanenes,
in die Fundamente vermauertes Säulenkapitell, das in Form und Dimensionen nur zu denen des Hunder-
tsäulensaales stimmte. Darnach muß am Palaste des Xerxes noch später gebaut worden sein, als am
Hundertsäulensaal. Daß dieser unvollendet geblieben ist, daraus nicht zu folgern: es ist gewiß ein beim
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