National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
|
|
Color Thumbnail -
Table of Contents -
Page Number -
Biliographic Information (Metadata) -
Caption -
Color Image -
Gray HighRes. Image -
Facing Pages -
Graphics -
| 0130 |
Iranische Felsreliefs : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
Stolzesche Plan genau angibt. Dieser bis 1,60 m hohe Schutt besteht im wesentlichen aus dem
Lehm der gewaltigen Mauern und Türme. An dem NO.-Turme konnte ich, etwa in seiner Mitte,
die Lehmziegel noch erkennen und maß sie als annähernd 36 cm im Quadrat, wie die Ziegel der
Festungsmauern. Da ich die Ziegel gerade etwa in der Mitte des Turmes fand, so scheinen die Türme
massiv gewesen zu sein. Sie maßen reichlich 24 m im Quadrat. Die von den Seitenhallen in den Haupt-
saal führenden Türen sind nicht mehr kenntlich. Die Spur der einen könnte noch im Schutt verborgen
sein. Obwohl im Rücken des Gebäudes, zwischen ihm und dem Palast des Dareios, gerade noch soviel
Raum bleibt, daß dort eine der Vorhalle kongruente hintere Halle Platz fände, kann man mit Sicherheit
behaupten, daß keine solche vorhanden war. Nicht nur, daß keine Reste vorhanden sind, und daß ein Teil
dieser Halle von dem Palast des Dareios verdeckt worden wäre.
Aber wir finden in Susa eine bis in jede Einzelheit gleiche Ruine, welche zuerst von Will. Kennett
Loftus ausgegraben und aufgenommen wurde¹). Selbst in der Orientierung und den Maßen stimmt dieser
Bau mit dem von Persepolis überein. Die Inschriften seiner Säulenbasen (Art. Sus. a) nennen den Bau
apadāna und als Erbauer Artaxerxes II. Mnemon. Genau wie in Persepolis ist keine Spur einer hinteren,
südlichen Halle vorhanden. Marcel Dieulafoy, welcher die Grabungen Loftus' wiederaufnahm, schreibt²),
daß er, wie auch an dem Bau des Xerxes in Persepolis, die Mauern an den vorhandenen Kanten des
Pflasters der Räume erkannt habe. Während er aber (Abb. 217) das Apadana von Persepolis bis auf
die fehlenden Türme richtig rekonstruiert, läßt er die Rückwand des Saales von Susa fälschlich fort,
verleitet durch den unberechtigten Vergleich mit dem Sefewidenpalaste Čihil Sutūn in Işfahān. G. Jéquier³),
der als dritter Ausgräber den Bau untersuchte, glaubt Dieulafoy widerlegen zu müssen, und neigt sich der
Auffassung von Perrot und Chiepiez zu. „Je n'ai trouvé non plus nulle part un dallage dont les inter-
ruptions pourraient montrer la place du mur: sur le radier des galets dont la surface est parfaitement
bien conservée, on ne trouve absolument que de la terre." — Trotz dieses emphatischen Zeugnisses bleibt
die Chipiezsche Rekonstruktion ein Unding; auch in Persepolis sind die Mauern ohne Pflaster vorhanden,
und in Susa wird das Pflaster, wie nach allen Grabungen, zuerst gestohlen sein, die Mauern sind entweder
vollständig verschwunden, oder aber, und das ist das Wahrscheinlichere, die „Erde" sind ihre von Jéquier
nicht erkannten Reste.
Eine weitere Analogie ist das ebenfalls zum Apadanatypus gehörige Gebäude mit den hundert
Säulen in Persepolis, bei welchem die Wand zwischen vorderer Halle und Saal von Fenstern und Türen
durchbrochen ist, während die Rückwand des Saales, hinter welcher keine Halle liegt, ebenso wie die
Seitenwände an Stelle der Fenster nur Nischen trägt. Ferner auch das Gebäude mit der einzelnen Säule
in Pasargadae (vgl. Cap. XXX und Abb. 83), bei welchem ebenfalls eine hintere Halle nicht vorhanden
ist, die Rückwand vielmehr durch eine glatte, vielleicht von ein oder zwei Türen durchbrochene Mauer
gebildet wird. Diese Apadanabauten haben nur eine Front und nur eine Symmetrieachse.
Auf die Bedeutung dieses Bautypus werde ich bei Besprechung der Tafel XXX eingehen. Das
wichtigste Resultat aber möchte ich, da es für die folgende Auseinandersetzung von Bedeutung ist, vor-
wegnehmen: Die Apadana sind Paläste für große Staatszeremonien; der Bautypus ist eine Fortbildung
des Zendjirli bekannten hettitischen Palastbaues, der auch in Assyrien spontane Nachahmung ge-
funden hatte; nach Persien scheint er über Medien gekommen. — An dieser Stelle möchte ich auf das
Charakteristikum unserer Ruine, auf die Säule, eingehen.
Der erste fundamentale Unterschied zwischen dem persischen Säulenbau und dem ägyptischen,
dorischen und selbst ionischen ist seine Weitachsigkeit. Interkolumnien von 5½, 6 und 7 Durchmessern
sind die Regel, während selbst der weitsäulige ionische Stil wohl nur an der Nordhalle des Erechtheions
1
.
.
.
.
|
.
.
.
.
11
.
.
.
.
|
.
.
.
.
21
.
.
.
.
|
.
.
.
.
31
.
.
.
.
|
.
.
.
.
41
.
.
.
.
|
.
.
.
.
51
.
.
.
.
|
.
.
.
.
61
.
.
.
.
|
.
.
.
.
71
.
.
.
.
|
.
.
.
.
81
.
.
.
.
|
.
.
.
.
91
.
.
.
.
|
.
.
.
.
101
.
.
.
.
|
.
.
.
.
111
.
.
.
.
|
.
.
.
.
121
.
.
.
.
|
.
128
129
130
131
132
.
.
.
|
.
.
.
.
141
.
.
.
.
|
.
.
.
.
151
.
.
.
.
|
.
.
.
.
161
.
.
.
.
|
.
.
.
.
171
.
.
.
.
|
.
.
.
.
181
.
.
.
.
|
.
.
.
.
191
.
.
.
.
|
.
.
.
.
201
.
.
.
.
|
.
.
.
.
211
.
.
.
.
|
.
.
.
.
221
.
.
.
.
|
.
.
.
.
231
.
.
.
.
|
.
.
.
.
241
.
.
.
.
|
.
.
.
.
251
.
.
.
.
|
.
.
.
.
261
.
.
.
.
|
.
.
.
.
271
.
.
.
.
|
.
.
.
.
281
.
.
.
.
|
.
.
.
.
292
.
.
.
.
|
.
.
.
.
302
.
.
.
.
|
.
.
.
.
312
.
.
.
.
|
.
.
.
.
322
.
.
.
.
|
.
.
.
.
332
.
.
.
.
|
.
.
.
.
342
.
.
.
.
|
.
349
Copyright (C) 2003-2026
National Institute of Informatics
and
The Toyo Bunko. All Rights Reserved.