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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0184 |
Iranische Felsreliefs : vol.1 |
| イランの岩壁彫刻 : vol.1 |
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unterstreichen möchte ich, daß auf dem Relief des Musasirtempels ja deutlich architektonische Profile
an den Pfeilern und der Rückwand der Vorhalle dargestellt sind. Solange aber die Anfänge des archi-
tektonischen Profils noch so im Dunkeln liegen, wird man es vorsichtig nicht als Leitmuschel zur Er-
kenntnis griechischer Epoche betrachten dürfen.
Aus sich selbst heraus ist also das Grab soweit historisch zu bestimmen, daß es wie die beiden
Grabtürme in die Zeit der Bauten von Pasargadae und vor die Zeit der Felsengräber gehört. Wir
besitzen andere Mittel, das Grab historisch aufs genaueste festzulegen.
Im späten Mittelalter und bis in moderne Zeit diente das Grab, in dessen Giebel man Bibi Hanâna,
Davids Frau und Salomos Mutter beigesetzt wähnte, der umwohnenden Bevölkerung als Heiligtum.
Besonders die Frauen verehrten es. Wie um alle Heiligengräber bildete sich ein kleiner Friedhof. Da
das Grab in unmittelbarer Nähe der großen Straße von Shîrâz nach Isfahân lag, kam es, daß in seiner Nach-
barschaft ein Karawanserai gebaut wurde. Dieses ist aus antikem Material gebaut. Rich bemerkt darüber
(pag. 242): "the caravanserai was built according to an inscription on it in the year 700 H., I believe by a
Khojah Bedruddeen and the building of it must have caused great havoc among the antiquities as it has been
paved with large stones from the ruins." Auch de Bode (I, pag. 87) spricht von dem Torweg in sarazeni-
schem Stile mit einer von ihm kopierten Inschrift. Der von de Bode skizzierte Inschriftrest ist leicht
lesbar. Er lautet: شیرازی < > وسیمبنه عمر ولذلمین (?) شهور سه فی شهور (sic) وغفار قه انقبا الله مه
d. h.: < „erbaut hat diesen Bau der und der > — Gott nehme ihm gnädig an und verzeihe ihm — in den
Monaten des Jahres 736 (1238; oder 786 ?), gemacht hat es X X aus Shîrâz." Wohl nur im Scherz haben
einige Reisende dieses Karawanserai das „Magierhaus" genannt. Seine genaue Untersuchung aber ver-
spricht noch manchen Aufschluß über Details der anderen Ruinen. Ein gutes Bild gibt Onseley,
Travels, II, Pl. 51. —
Aus der Zeit dieses Baues stammt auch die Gebetnische, welche in die S.-Wand der kleinen Cella
hineingearbeitet ist. In derselben Epoche dürfte die kleine Treppe, welche von einem der Altäre
stammt, an die Unterstufe angesetzt sein, um den Bau zugänglich zu machen. Einige in der Linie der
Säulen laufende, und an den Sockel des Grabes angesetzte junge Mauern, die Sarre noch sah, während
ich sie 1905 nicht mehr vorfand, gehörten wohl erst ganz moderner Zeit an. Als spätere Veränderungen
sind eine Anzahl Sgraffiti zu erwähnen, darunter ein Pferd, eine Figur mit Flinte und an der S.-Wand
eine Sonnenuhr.
Die Verehrung, welche dem Monument gewidmet wird, stammt scheinbar auch erst aus dem
islamischen Mittelalter, die älteren Geographen des Fârs geben keinerlei Nachricht von ihm. Jules Oppert
hat auf die Tradition sehr viel Gewicht gelegt, und es ist gewiß nicht ein reiner Zufall, daß gerade dieses
Monument noch heute verehrt wird. Aber die Giebelform mit der Form moderner türkischer Frauen-
gräber in Verbindung zu bringen und darin das Grab einer der persischen Königsfrauen zu erblicken,
geht im Ernst nicht an. Obendrein nennt die einheimische Überlieferung das Grab daneben auch Meshhed
des 'Amru ibn al-Laîth, des Erbauers der alten Moschee in Shîrâz (875 Chr.), z. B. auf der Karte des Fârs
von Hâdjdji Mirzâ Hasan Shîrâzî. —
Seit Morier und Ker Porter ist eine andere Deutung des Monumentes, nämlich als des von Aristo-
bulos beschriebenen Grabes des Kyros, wiederholt ausgesprochen worden, und seit sich Stolze sehr ener-
gisch dafür erklärt hat, kann man diese Anschauung als die herrschende bezeichnen. Stolze sagt in den
Bemerkungen zu den Tafeln: „Die absolute Übereinstimmung zwischen Arrians Schilderung vom Grabe
des Kyros und dem von den heutigen Persern mit der Mutter Salomos in Beziehung gebrachten Denk-
mal, drängt sich bei sorgfältigster persönlicher Prüfung an Ort und Stelle immer zwingender auf." Dennoch
ist von Weißbach¹) wieder dagegen Einspruch erhoben worden, und es ist daher unerläßlich, das Problem
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