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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0185 |
Iranische Felsreliefs : vol.1 |
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noch einmal durchzusprechen. Ich halte mich besonders dazu berechtigt, als meine neue Planaufnahme
einige hierfür wesentliche Punkte verbessert.
Die Berichte der Klassiker gehen auf Aristobulos, Onesikritos und Aristos von Salamis zurück.
Aristobulos war zweimal in Pasargadae und bekam von Alexander den Auftrag, das während Alexanders
Zuges nach Indien geschändete Grab innerlich wiederherzustellen, den er auch ausführte, worauf er dann
die Grabestür mit Steinen in Lehmmörtel zusetzen ließ und das königliche Siegel darauf drückte, ein Schutz,
der nicht lange währte. Aristobulos ist also der Kronzeuge für das Kyrosgrab. Seinen Bericht gibt Arrian
VI. 29, 4 ss. in großer Ausführlichkeit ohne rhetorische Paraphrase, er zitiert offenbar wortwörtlich.
Strabon XV, 3, 7 bringt ebenfalls Aristobulos' Erzählung wieder, aber er exzerpiert sie in eigenen,
sehr prägnanten Worten. Ein Widerspruch findet sich in beiden Überlieferungen nicht, was einerseits
die Güte und Treue der Überlieferung beweist, andrerseits die Klarheit und Richtigkeit der ersten Quelle.
— Onesikritos' Schilderung, von Strabon im Anschluß an die des Aristobulos überliefert, stammt nur vom
Hörensagen. Sie folgt gewiß auf die von Plinius (VI, 99) überlieferte Stelle über den Sitioganus und
Pasargadae. An Authentizität kann sich Onesikritos mit Aristobulos nicht messen. Pseudo-Callisthenes
I, 18, 3 hängt mit ihm zusammen, vielleicht unter Mitbenutzung des Aristobulos, ist aber romantisch
und wunderhaft ausgestaltet. Was Strabon aus Aristos von Salamis, leider wie so oft bis zur Unverständlich-
keit zusammengekürzt, mitteilt, ist zutreffend und scheint auf Autopsie zu beruhen. — Die Späteren
berichten ohne eigene Kenntnis nur aus dritter Hand. Curtius, der in der allgemeinen Schilderung der
Provinz Persis mit Arrian und Strabon aus einer Quelle zu schöpfen scheint, widerspricht bezüglich des
Grabes dem Aristobulos völlig und muß seine Nachricht indirekt aus Kleitarchos haben. Die Erzählung
scheint der schönen Moral wegen erfunden. Die Quelle unterscheidet sich selbst in der Namensform
„Persagadum" (X, 1, 30, oder Persagadae, Parsagadae V, 20, 10) von allen übrigen Überlieferungen,
was bei Kleitarch nicht auffallen würde. Plutarch, vit. Alex. cap. 69, erinnert in der Beraubung des Grabes
und der Inschrift an Aristobulos. Die Worte: „Μὴ οὖν φθονήσῃς μοι τοῦ μνήματος" paraphrasiert er
aber, „μὴ οὖν τῆς ὀλίγης μοι ταύτης γῆς φθονήσῃς, ἥ τοι μὸν σῶμα περικαλύπτει". Die Vorstellung eines
Erdgrabes widerspricht natürlich jeder Wahrscheinlichkeit. Wenn das nicht Plutarchs eigene Idee
war, so verrät es eine phantasievolle Mittelquelle. Diese Quelle widerspricht Aristobulos auch
darin, daß der Übeltäter, ein Pellacer, ermittelt und bestraft wird, während Aristobulos ausdrücklich
sagt, Alexander habe den Übeltäter, trotz der Folterung der mitschuldigen, wachthabenden Magier, nicht
ermitteln können. — Plinius' kurze Worte (VI, 115) müssen aus mehreren Quellen zusammengemischt
sein; die das Kyrosgrab hütenden Magier verwechselt er mit dem persischen Stamm, den er als Stamm
die Festung Frasargida innehaben läßt; diese Notiz mit der jung erscheinenden Namensform dürfte,
wie das vorhergehende Laodicea ab Antiocho condita, aus einem Historiker der Seleukiden entnommen
sein. Vermutlich gehören sie in eine Gruppe mit der Notiz über Calliope und Issatis (Jazd) VI, 44, die
sich auf die Zeit vor der Eroberung Mediens durch Mithradates I. bezieht.
Anstatt die verschiedenen Nachrichten untereinander auszugleichen, halten wir uns also mit
Recht allein an Aristobulos und vergleichen damit einige Ausdrücke der anderen. Die Übereinstimmung
zwischen seiner Schilderung des Kyrosgrabes und dem Mešhhed i māder i Suleimān, welches, wie wir
gesehen haben, in Pasargadae liegt und in die Zeit vor Dareios gehört, ist eine so absolute, wie sie selten
zwischen Objekt und Beschreibung im Altertum vorkommen dürfte.
Das Grab liegt in einem Paradiese, in einem Hain mannigfaltiger Bäume mit tiefen Graswiesen,
von Wasser umflossen. Die Ruine liegt nördlich von einem vom Pulwar abgeleiteten Kanälchen, auf der
anderen Seite fließt der perennierende nördliche Zufluß des Pulwar, der Pulwar selbst ist nicht weit. Noch
heute wachsen Oleander, Weiden und einzelne Myrthen und andere Büsche an diesen Wasserläufen, und
nach dem Tang i bulāki zu entwickelt sich eine schöne Vegetation, wie sie auf der sonstigen Steppe nicht
vorkommt; die Ruine liegt etwas außerhalb des Stadtgebietes und muß in einem größeren Temenos ein-
geschlossen und von einem Paradiese umgeben gewesen sein, von dem Spuren erhalten sind. Die Para-
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