国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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Iranische Felsreliefs : vol.1 |
| イランの岩壁彫刻 : vol.1 |
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ist mit dem Gestus der Verehrung (Respektsbewegung) oder des Zugreifens — das ist schwer zu unter-
scheiden — erhoben.
In diesen beiden nebeneinanderstehenden Relieffiguren ist demnach eine Belehnung, die Investitur
des Königs durch Gott Ormuzd dargestellt, und wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir in dem entsprechenden
ersten größeren Relief die Investitur der Königin erblicken. Was hier der Gott
der Herrscherin übergibt, ist, wie gesagt, nicht mehr deutlich zu erkennen; viel-
leicht ist es ein Haoma-Zweig.
Das dargestellte Königspaar dürfte Warahrân I. (274—277) oder sein Sohn
Warahrân II. (277—294) und seine Gemahlin sein. Dafür spricht die Krone
dieser Herrscher (Abb. 85), dafür die verschiedenen Übereinstimmungen, die wir
in der Tracht, in der Haltung der Figuren, in der stilistischen Ausführung mit
dem Warahrân II.-Relief von Naqsh i Rustam (Taf. V) nachweisen konnten.
Auch auf jenem Relief, ebenso wie auf Münzen dieses Herrschers (Abb. 27) ist die
Königin dargestellt, so daß die Darstellung der Belehnung des Königs u n d
d e r K ö n i g i n nichts Auffälliges an sich hat. Bestätigt wird unsere Ver-
mutung durch eine Beobachtung von Ouseley, der auf dem größeren Relief zwischen den beiden Figuren
die Reste einer Inschrift wahrgenommen haben will; er fand hier vier Buchstaben in Pehlewi-Schrift
von dem Namen Warahrân. Es muß unentschieden bleiben, auf welchen von den beiden ersten
Herrschern dieses Namens die Reliefs zurückgehen; es handelt sich nur um einen Spielraum von
20 Jahren (274—294).
Es scheint mir nicht ausgeschlossen zu sein, daß entsprechend den Reliefs II von Naqsh i Radjab
(Taf. XII) und VII von Naqsh i Rustam (Taf. IX) bei den beiden kleinen Reliefs deshalb eine Stelle
zwischen der Figur des Königs und des Gottes freigelassen wurde, um hier später die Figur des Thronfolgers,
der vielleicht noch nicht vorhanden war, anzubringen.
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