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0222 Iranische Felsreliefs : vol.1
Iranische Felsreliefs : vol.1 / Page 222 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000244
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die meisten Gewänder ein Muster von stilisierten, in Kreise gestellten Vögeln aufweisen, zeigt die Königsfigur hier sowohl wie auf dem großen Reiterrelief der Stirnwand den sasanidischen Drachen, den wir also gleichsam als königliches Emblem erkennen können, in seiner charakteristischen Form (Abb. 96). Ein Seidenstoff im Victoria and Albert-Museum zu London und im Louvre zu Paris (Collection Victor Gay) stimmt mit dem Gewande, wie es die Reiterfigur Khosraus trägt, vollständig überein¹). Das Gewand des Königs besteht aus einem an der Hüfte gegürteten und bis zu den Knien reichenden Leibrock mit langen Armeln und Perlenschmuck am Halsausschnitt. Ich stehe davon ab, die Stoffe
von Tāq i bustān in diesem Zusammenhange eingehender zu behandeln, da das Material von Otto von Falke in dem Text zu der Lessingschen großen Publikation verwertet werden soll; ich beschränke mich darauf, abgesehen von dem Königsgewande (Abb. 96) hier noch zwei weitere Proben (Abb. 97 und 98) zu veröffentlichen, die nur einen allgemeinen Begriff von dem reichen, in den Reliefs vorhandenen Material an sasanidischen Stoffmustern geben sollen. Schon Flandin et Coste (Pl. 11) und dann vor allem J. de Morgan (a. a. O. Fig. 189—197) haben Zeichnungen dieser Muster veröffentlicht, die aber auf Genauigkeit keinen Anspruch machen können, was aus einem Vergleich von Abb. 98 mit der Morganschen Fig. 197 hervorgeht.
Es mag hier zum Vergleich eine sasanidische Silberschale herangezogen werden (Abb. 99), die sich im Cabinet de Médailles zu Paris befindet (vgl. E. Babelon, Guide du Cabinet d. M., Paris 1900, pag. 274, Fig. 123, und J. Smirnow, Argenterie Orientale, St. Petersburg 1909, Pl. XXXI). Die Schale gehört zu den künstlerisch besten Silbergeräten der Sasanidenzeit; sie stammt wohl aus derselben Zeit wie die Reliefs von Tāq i bustān und ist deshalb von besonderem Interesse, weil es sich bei ihrem figürlichen Schmuck gleichfalls um eine Jagd des Königs Khosrau II. handelt. Der Fürst trägt die diesem Herrscher eigentümliche Krone. Die Königsfigur erinnert auffallend an den jagenden Herrscher auf dem rechten Seitenrelief (Taf. XXXVIII), und das Wild (Schweine, Damhirsche, Büffel oder Wildschafe?) sind hier wie dort in den gleichen Bewegungen und mit derselben Naturwahrheit wiedergegeben.
Trotz der sorgfältigen und bis ins kleinste gehenden Ausführung sind infolge mutwilliger Zerstörung die Darstellungen des linken Seitenreliefs nicht immer klar zu erkennen; vor allem sind die Köpfe beschädigt, auch die der Königsfiguren. Der König scheint beidemal einen Vollbart zu tragen; auch die Kopfbedeckung ist nicht mehr genau zu erkennen. Bemerkenswert ist der kreisrunde