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0168 Kunstgeschichte der Seidenweberei : vol.2
絹織物の美術史 : vol.2
Kunstgeschichte der Seidenweberei : vol.2 / 168 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000240
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OCR読み取り結果

züge inmitten der Kreise, Einhorn und Leopard, Jagdhund und Hirsch in den Zwickeln
sind sichere Beweise italienischer Arbeit.
Überblickt man Art und Umfang der chinesischen Einwirkungen im Ganzen, so
offenbart sich, daß das Diagonalschema im Verein mit den unpaarigen Tiergruppen in die
italienischen Muster des 14. Jahrhunderts die Unsymmetrie und die unruhige Bewegtheit
hineingebracht haben. Das sind grade diejenigen Eigenschaften, auf denen hauptsächlich
der Gegensatz zum symmetrischen, feierlich ruhigen Seidenstil des hohen Mittelalters
beruht. Also hat China an der spätmittelalterlichen Flächenkunst Italiens maßgebend
mitgearbeitet und sein Einfluß bedeutet in der Tat weit mehr, als bloß eine formale
Bereicherung.

2. Der muhammedanische Einfluß in Italien.
Die islamische Seidenkunst, der man die Erfindung der italienischen Trecentomuster
zugeschoben hatte, bleibt in Wirklichkeit an vorbildlichem Wert für das Abendland hinter
Ostasien weit zurück. Das ist, wenn man sich die damaligen Erzeugnisse des Orients ver-
gegenwärtigt, leicht zu verstehen. Der iranische Osten war selbst dem chinesischen Stil ver-
fallen, den Italien schon aus erster Hand kannte. Was das westislamische Mamlukenreich
an Eigenem, das heißt aus der sarazenischen Überlieferung heraus, bieten konnte, hatte
Italien bereits in spätromanischer Zeit aufgenommen und durch den Stilwechsel von 1300
überwunden. Die Neuerung in der mamlukischen Seidenkunst aber war wie in Persien
nur die Aneignung chinesischer Elemente.
Von persischen Geweben der chinesischen Richtung sind die italienischen Stoffe mit
Fasanenpaaren oder anderen bereits stärker italianisierten Tieren in spitzovalen Ranken-
netzen abzuleiten. Davon gibt Tafel 119a ein mehrfarbiges Stück, dessen italienische Ent-
stehung durch die unorientalischen kleinen Basilisken zwischen den Fasanen verbürgt wird.
Eine zweifarbige Variante ist auf Tafel 147b (Abb. 413) abgebildet. Ein Seidenstoff der Kre-
felder Gewebesammlung, von gleicher Art wie Tafel 119a, ist dadurch bemerkenswert, daß
der italienische Zeichner das chinesische Motiv der von oben mit rückgewendetem Hals
herabschwebenden Fonghoang mißverstanden hat, sodaß er seine Vögel verkehrt zwischen
die aufsteigenden Ranken setzte (Abb. 414). Die Zeitbestimmung geben die toskanischen
Bilder der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, auf denen sehr ähnliche Stoffe als Vorhänge
oder Gewänder dargestellt sind: Das Muster Abb. 415 ist einem Bild des Spinello Aretino
in der Londoner National Galerie entnommen; es findet sich ferner unverändert auf Bil-
dern der Orcagnaschule aus den Jahren 1365 und 1367.¹) Das gröblich gezeichnete Ge-
webe Tafel 119b ist jedenfalls europäisch, hat aber keine sicheren Merkmale italienischer
Arbeit; es könnte gleich dem stilverwandten Fragment Tafel 114a auch aus Spanien stammen.
Bei dem Seidenstoff Tafel 147a sind die Blüten von den sinopersischen Lotusformen schon
weit entfernt und die Spitzovale umschließen Jagdleoparden und Hunde rein italienischer
Zeichnung.²) Der venezianische Brokat Tafel 148c (Abb. 416) ist in der edlen Zeichnung der