National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Atlas der Alterthümer der Mongolei : vol.1 |
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OCR Text
Aufschriften auf dem Plane nor beim Flusse «der Fluss Orchon»
und dem Flusse am nächsten «Palast des Chans. Die Erklärungen
in russischer Sprache in folgender Reihenfolge: undeutliche
Spuren alter Gebäude — deutliche Spuren derselben — runde
Hügel (Kurgane) — Steine (es sind dies die Trümmer des grossen
Denkmals) — Wege — Flussgröll — Steppe mit hohem Steppen-
grase (Deriosu). — Wiesen und sumpfiges Wiesenland.
2) Plan der Ruine des Chanspalastes bei der alten Stadt von
Chara Balgassun.
Erklärungen: Wälle mit einer Horizontalsenkung von 0,5
Faden. — Spuren früherer Wälle von weniger als 0,5 Senkung.
— Theile der aus Lehm geschlagenen Wände, deren Überreste
hervortreten und nicht mit Gras bedeckt sind. — Steppe mit
Steppengrass (Deriosu). — Spuren eines frühern mit Wasser
gefüllten Grabens.
Tafel XXVIII.
Die Zeichnung ist von Süden genommen und zwar von einem
Trümmerhaufen der Uigurenstadt. Im Vordergrunde sieht man
die Trümmerstücke des riesigen dreisprachigen Denkmals liegen.
Vor der Umwallung des Schlosses sind vier einzelstehende, aus
Lehmschicht errichtete Thürmchen sichtbar. Darauf erhebt
sich der nach Westen mit Gras bewachsene südliche Theil der Um-
fassungsmauer und in der Ferne die in die Höhe kahle Nordseite
der Umfassungsmauer; nach links sieht man die Überreste des hohen
Thurmes und nach rechts die Citadelle. Die Zeichnung ist um
verständlich, wenn man den auf Tafel XXVII befindlichen Plan des
Schlosses zu Rathe zieht.
Tafel XXIX.
Die Ansichten des Thurmes (Fig. 1) sind von Südosten ge-
zeichnet, (Fig. 2) von Norden photographisch aufgenommen. In
der Zeichnung tritt deutlich hervor, wie die steile Lehmwand von
Regen und Schneewasser ausgewaschen ist und ebenso die Reihen
von Löchern, in denen die Stützbalken der Stockwerke lagen. Die
Masse des abgewachsenen Lehmes, der jetzt wie ein mächtiger mit
Gras bewachsener Berg den Thurm umgibt, beweist, dass der
Lehmkern des Thurmes früher bedeutend höher und umfang-
reicher gewesen ist als jetzt.
Die Photographie des alleinstehenden südlich ausserhalb der
Umfassungsmauer liegenden Thürmchens (Fig. 3) giebt ein klares
Bild der Schichtenlagerung der aus Lehm ausgeführten Bauten, auch
hier zeigen die Reihen von oft fadenlangen Löchern, dass die
Thürmchen von hölzernen Gallerien umgeben waren.
Tafel XXX.
Fig. 1 entspricht nicht dem von Herrn Dudin reconstruirten
Denkmal, da die Forderung der Raumverhältnisse der Tafel eine
Verschiebung der Stücke herbeigeführt hat. Dabei sind in der
Folge auch die Nummern geändert worden.
Die Stücke Fig. 1, 2, 3 gehören zusammen und geben eine
Idee, wie das Denkmal zusammen gesetzt war, während Fig. 4,
5, 6, detaillirte Zeichnungen von den Bruchstücken der oberen
Verzierungen bilden und Fig. 7 eine Photographie des Vorder-
theiles des Löwen, auf dem die Denktafel ruhte.
Tafel XXXI.
Leider ist aus Versehen die Tafelnummer verkehrt gedruckt
worden, jeder Kenner des Chinesischen sieht dies auf den ersten
Blick.
Die beiden grossen Stücke sind Abklatsche von den grossen
Trümmerstücken der linken Seite des Denkmals; sie sind schon von
Herrn Devéria in den Inscriptions de l'Orkhon richtig zusam-
mengestellt worden. Das dritte schmale Stück ist von dem Ab-
klatsch des grossen Stückes mit uigurischer Inschrift Taf. XXXII,
Fig. 1 entnommen und hier angefügt. Herr Devéria hat diesen
Theil der Inschrift auf pag. XXXIII der Inscription de l'Orbon
behandelt, ihn aber nicht an seine Stelle auf pag. XXXI eingefügt.
Zu diesen Theile der Inschrift gehören, glaube ich, noch die
auf Taf. XXXII, Fig. 3—4 sichtbaren chinesischen Zeichen.
Der chinesische Theil der Frontinschrift besteht aus neun-
zehn Zeilen; die zwanzigste Zeile, die sich durch schwarze Färbung
auszeichnet, befindet sich auf der linken Ecke des Denkmals;
die von dieser nach links liegenden vier Zeilen Schriftzeichen
liegen auf der linken Seitenwand des Denkmals. Bei Herrn
Devéria befinden sich die auf diesen Zeilen befindlichen Zeichen
Taf. 57 (oben) und 56 (unten) und sind auf pag. XXXII behandelt.
Tafel XXXII.
Bietet die Haupttheile der uigurischen Inschrift auf der Front-
seite, die sich rechts an der chinesischen befand. Die hier abgebilde-
ten vier Stücke scheinen in der hier aufgeführten Zusammenstellung
zusammenzugehören. Eine Retouche der grossen Inschrift zu
geben wage ich noch nicht, da der Stein sehr verwittert ist und
mir bis jetzt die Entzifferung nur eines kleinen Theiles dieser In-
schrift gelungen ist. Sie beginnt mit dem Titel des Chans, der
nicht ganz mit meiner früheren Vermuthung übereinstimmt; hier
ist deutlich zu lesen بختلیغ قوتلوغ بلگه قاغان بلگه قاغان
قوتلوغ der mächtige Bil (Bilrä der Weise) Chagan, der sein
Glück vom Himmel gefunden hat.
Tafel XXXIII.
Fig. 1 die unteren drei Bruchstücke der auf der vorigen Tafel
abgebildeten Theile der grossen Inschrift (retouchirt), hier ist aus
Versehen das obere linke Bruchstück etwas zu weit nach rechts
gerückt.
Die Bruchstücke Fig. 2, 3, 4, 5 gehören gewiss zum Theil der
Seiteninschrift auf der rechten Seite des Denkmals an. Das best-
erhaltene Stück ist Fig. 5, das so gut erhalten ist, dass keine
Retouche nöthig war.
Taf. XXXIV.
Drei Bruchstücke mit chinesischer Inschrift, die sich unter den
Trümmern des grossen Denkmals befanden. Fig. 1 befindet
sich noch jetzt in Chara Balgassun. Fig. 2 u. 3 sind die beiden
Bruchstücke, die Herr Jadrinzew nach Petersburg gebracht hat.
Der Chinesische Gesandte in Petersburg, Herr Shu, ist der Ansicht,
dass alle drei Steine zur Frontinschrift gehören. Bei Fig. 3 sind drei
Zeilen des rechts von der chinesischen Inschrift befindlichen
uigurischen Textes zu sehen, deren Entzifferung ich versucht
habe (vgl. Einleitung zum Kulutau Bilik).
Tafel XXXV.
Inschrift mit Runenzeichen auf der Rückseite des Denkmals.
Hier ist statt Fig. 4) des Inhaltsverzeichnisses Fig. 3—4) zu set-
zen. Unpraktisch ist es, dass ich im Atlas vier grosse und drei kleine
Stücke der Tukue-Inschrift mit 6 bezeichnet habe. Es wäre wün-
schenswert, neue Nummern hinzufügen und zwar zu den drei in
einer Linie liegenden grossen Stücken, von rechts nach links
die Nummern 6 (= Ins. de l'Orkhon 3, Tab. 51) 7 (= I. de
l'O. 4, Tab. 52) 8 (= I. de l'O. 2, Tab. 51); dann das untere
grosse Stück 9 (= I. de l'O. 5, Tab. 52). Die drei kleinen Stücke
10 (oben rechts), 11 (oben links), 12 (unten rechts).
Tafel XXXVI.
Fig. 1) Plan der Umgegend des buddhistischen Klosters
Erdenidson oder Erdenidson.
Aufschrift auf dem Plane «Fluss Orchon»—im grossen Viereck
südlich der Ruinen der Hauptstadt des Mongolischen Karakorum: «das Kloster Erdenidsu (früherer Chanspalast)» südlich
von diesem neben dem kleinen Viereck: «Tempel».
Erklärungen: Steppe mit steinige Steppe —
Flussgröll — Wiesen — chinesische Handelsniederlage —
Sumpfwiese, noch mit Wasser gefüllter Kanal — früherer Kanal —
Spuren alter Kanäle — Spuren von Gebäuden — Spuren von
Wällen (Mauern) — Horizontalsenkung 2,5 Faden.
Fig. 2) Plan des buddhistischen Klosters Erdenidsu (des
früheren Chanspalastes). Erklärungen: höher Wall —
Wälle niedriger als 0,5 Faden — Thor — Häuser mit Gebet-
mühlen — Erhebung mit kleinen Gebäuden — Erhebung
mit 8 Sandorgasen — Masten mit Flaggen — aufgestellte
Gallerien mit Treppen — In die Erde gelegte Steine — Boden-
senkung 0,5 Faden — Steppe — bewohnte Quartale — Tem-
pel — Wassertümpel — 1 — 5) Steine mit Inschriften — 6)
Hund aus Stein — 7) Löwe aus Stein — 8) grosse Vase aus
Stein — 9) grosse Schildkröte aus Stein.
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