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0009 Atlas von China : vol.1
Atlas von China : vol.1 / Page 9 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000261
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aber einigermaßen angepaßt. Der bescheidene Plan der graphischen Wiedergabe, wie er im Anfang
bestand, veranlaßte mich, auch die unterwegs angewandte Methode der Einzeichnung in das Gradnetz
beizubehalten. Zu derselben habe ich Blätter benutzt, deren eine größere Anzahl vor Beginn jeder
einzelnen Reise mit einem quadrirten Liniennetz von mir bedeckt worden waren. Der Abstand der
Linien betrug je 1 Zoll englisch und war in dem von mir angewandten Maßstab aequivalent 6 nau-
tischen Meilen. Zehn Abstände in der Höhe umfaßten mithin einen Breitengrad. Die Längengrade
wurden nach dem Werth eingetragen, welchen sie in der mittleren geographischen Breite der be-
treffenden Blätter in Seemeilen hatten. Zur Bequemlichkeit, und wegen der geringen Differenz der
Abstände, welchen die Längengradlinien am oberen und unteren Rand eines Blattes bei richtiger
Projection haben würden, zeichnete ich sie einander parallel. Ich erreichte durch diese kleine Un-
genauigkeit den Vortheil, die Compaßpeilungen, wie bei Mercators Projection, leicht eintragen zu
können. Die Methode hat sich für die Aufnahmsblätter gut bewährt.

Bei der Anlage des Atlas erschien es von vornherein rathsam, irgend eine Methode
richtigerer Projection anzuwenden. Ich nahm jedoch davon Abstand, zunächst schon um den prä-
tentösen Anschein zu vermeiden, als solle eine in Sectionen getheilte Specialkarte von China ge-
liefert werden. Dazu sind die Karten in Anbetracht des großen Maßstabes bei weitem nicht genau
genug, die Ortsbestimmungen nicht hinreichend zuverlässig. Ich wünschte vielmehr, den einzelnen
Blättern den Charakter von flüchtig und mit unvollkommenen Mitteln aufgenommenen Reisewegkarten
zu lassen. Jedes Blatt ist eine Karte für sich. Die einzelnen Blätter berühren sich nur,
weil sie entlang der Linie des Reiseweges angeordnet sind. Hierzu lag ein weiteres Motiv, die
angebogene Ungenauigkeit der Projection, obgleich sie sich wegen des kleineren Maßstabes
noch etwas steigerte, beizubehalten. Sie erschien, auch nach der Erweiterung des Ausführungsplanes,
bei dem gegenwärtigen Stand der Längen- und Breiten-Bestimmungen von verschwindender Be-
deutung den Vortheilen gegenüber, welche für die besonderen Zwecke der Karten durch die Ver-
einigung eines rechtwinkligen Gradnetzes mit einem für den mittleren Parallel jedes Blattes gleich-
bleibenden Maßstab geboten werden. Der letztere Umstand ist von Nutzen für den Reisenden, da
für den praktischen Gebrauch die Längenmaßstab als allenthalben gleich angenommen werden kann.
Das rechtwinklige Gradnetz aber ist deshalb vortheilhaft, weil dadurch die Orientirung nach den
Compaßrichtungen überall die gleiche bleibt, und dies die Uebersichtlichkeit von Kartenblättern
erleichtert, deren Hauptzweck die Darstellung der orographischen und geologischen Verhältnisse ist,
während die Situationszeichnung lediglich das Mittel zu deren Eintragung zu geben bestimmt ist. Bei
der Durchsicht des Atlas, oder bei dem Aneinanderhalten der Karten, fällt das gegenseitige Ver-
hältniß der Streichrichtungen von Gebirgen und Formationsgruppen sofort in die Augen, was bei
krummliniger Projection nicht der Fall sein würde. Insbesondere treten die für China charakteristischen
parallelen Richtungen in weit von einander getrennten Gegenden hervor. Da die Karten in der
Richtung von West nach Ost einen Raum von 25 Längengraden umfassen, so würde der Ueberblick
nach demselben Gesichtspunkt bei der einheitlichen Führung irgend einer für größere
Continentalräume gebräuchlichen Projectionsmethoden wegfallen, nämlich mit Ausnahme der
Mercator'schen, welche wegen der ungleichen Längenmaßstäbe nicht zulässig war.

Wenn die angegebenen Vortheile mich veranlaßt haben, bei den Blättern des Atlas eine
sonst nicht gebräuchliche Methode für den Entwurf des Gradnetzes anzuwenden, so wird selbstver-
ständlich die Generalkarte von China, welche im Anschluß an den Atlas im Maßstab von 1 : 3 000 000
erscheinen soll und zum Theil schon vorbereitet ist, von den angedeuteten Nachtheilen frei sein.

Areal der einzelnen Kartenblätter. Die Mehrzahl der Karten sind von gleicher Größe.
Bei 25 derselben stellen die Seiten des Rechtecks im Mittel Längsausdehungen von 312 und 250 km
dar, so dafs das Areal eines Blattes 78 000 □km, oder etwas mehr als dasjenige des Königreichs
Bayern (76 000 □km) beträgt. Jedes der beiden größeren Blätter umfaßt ein Areal von 104 000 □km,
also soviel wie Bayern, Tyrol und Vorarlberg zusammen (105 000 □km). Von dem durch Addition