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0014 Atlas von China : vol.1
Atlas von China : vol.1 / Page 14 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000261
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erkennen, und die beigesetzte Bezeichnung (m.) zeigt, daß sie, meist der Originalmittheilung ent-
sprechend, in Metern ausgedrückt sind.

Die Vergleichung der Karten mit dem Text wird in manchen Fällen einen Unterschied in
den Höhenzahlen ergeben. Dies rührt daher, daß ich in dem Text Zahlen benutzte, welche ich mit
unzulänglichen Grundlagen zur Zeit meiner Reisen berechnet hatte. Bei den auf den Karten ein-
getragenen Zahlen habe ich alles mir zugänglich gewesene Material benutzt und die Fehler der
Instrumente sorgfältig in Betracht gezogen.

Geologische Farben. Bis heutigen Tages ist die einzige von einem Fachmann herrührende
geologische Karte eines Theiles von China, soviel mir bekannt ist, von Herrn Raphaël Pumpelly
angefertigt worden. Sie umfaßt einen Theil der Nordhälften meiner Blätter 12 und 14 und giebt in
sehr kleinem Maßstab eine Uebersicht der von ihrem Autor durch seine ausgezeichneten Beobachtungen
gewonnenen Auffassungen. Da das betreffende Gebiet auch von mir durchwandert wurde, so vermochte
ich dem Kärtchen nur wenige Thatsachen zum Eintragen zu entnehmen. Ich war also hinsichtlich
der geologischen Darstellung für ganz China auf eigene Forschung angewiesen. Angesichts der oben
(S. 7) erörterten Ausdehnung des Areals, welches die Kartenblätter umfassen, muß ich für die oh-
ne größerer Grundlage beruhenden und doch sorgfältig erwogenen Verallgemeinerungen besondere
Nachsicht in Anspruch nehmen. Dieselben haben mich verleitet, die Kartenblätter weit über die von
mir erforschten Gebiete hinaus mit Farben zu bedecken. In höherem Grade als vom Orographen
gilt es vom dem aufnehmenden Geologen, daß er das Einzelne nur zu verstehen vermag, wenn er
ein größeres Ganzes in seinem inneren Bau erfaßt. Das Bestreben Jenes zu erreichen, führt ihn
darum unausgesetzt zu dem Verlangen, sich einen weiteren Ueberblick anzueignen. Zwar baut sich
ihm langsam das allgemeine Bild aus den erforschten Einzelerscheinungen auf; aber je mehr ersteres
sich entrollt, desto klarer wird die Stellung, welche jede von diesen darin einnimmt. Oft verleitet
ihn die Combination der Beobachtungen, große Schritte mit Kühnheit in der Richtung der Ver-
allgemeinerung zu wagen und, ähnlich dem Alterthümsforscher, aus kleinen, aber sicher und klar
erfaßten Fragmenten ein großes Ganzes in seinen Umrissen zu gestalten. In manchen Fällen darf er
sich der befriedigenden Ueberzeugung hingeben, daß diese Umrisse den wahren Verhältnissen ent-
sprechen, wenn auch die scharf gezogenen Linien, mit denen er das Bild graphisch darzustellen
genöthigt ist, selbstverständlich mancher Berichtigung im Einzelnen bedürfen werden. In anderen
Fällen bleiben Zweifel bestehen, zu deren Lösung zuweilen einige wenige Angaben über das Vorkommen
von Gesteinen an weiter entfernten Punkten beitragen würden. Ich habe daher nach solchen Notizen
die Literatur durchmustert. Nächst Pumpelly bin ich den Arbeiten der Herren Thomas Kingsmill
und Armand David für Bemerkungen verpflichtet, welche mir Material zur Vervollständigung der
eigenen Arbeit gaben. In umfangreichen Werken habe ich nach zerstreuten Anhaltspunkten
gesucht. Die Bekanntschaft mit den überhaupt in einer Gegend vorkommenden Gesteinen hat mir
dann auch zuweilen dazu verholfen, in einer beiläufigen Bemerkung das Gesuchte zu finden, wie ich
dies betreffs der von Herrn Paul von Möllendorff und Capt. Gill gegebenen Beschreibungen hervor-
heben kann. Manches verdanke ich den mündlichen Berichten reisender Missionare, insbesondere der
Herren Alexander Williamson in Tahifu und Wellmann in Peking. Zuweilen konnten die von Pumpelly
nach chinesischen Quellen zusammengestellten Fundorte nutzbarer Mineralien eine Lücke ausfüllen.
Auch die Erkundungen bei Eingeborenen gewährten hie und wieder einigen Anhalt.

Das Bild, welches die Karten darstellen, beruht daher nicht auf willkürlicher Verallgemeinerung
meiner Beobachtungen, sondern auf sorgfältigst und meist vorsichtiger Combination alles Materials,
welches ich zu sammeln vermochte. Wo sich keinerlei Anhaltspunkt bot, ist die Karte weiß gelassen.

Bei der Wahl der Farben wurde der Gesichtspunkt der Klarheit obenangestellt. Besonders
sollen die großen transgredirenden Schichtgebilde deutlich abheben. Das auf den internationalen
Geologencongressen vereinbarte Schema würde im Einzelnen beibehalten worden sein, wenn die
geologischen Altersstufen zahlreich vertreten wären. Da im Gegentheil China nur eine beschränkte

Zahl derselben aufzuweisen hat, so hielt ich es nicht für zweckmäßig, die vorgeschriebenen Farben
ausschließlich zu verwenden. Durch reichere Auswahl ließ sich größere Klarheit erzielen. In der
Hauptsache indeß die Vorschriften berücksichtigt worden.

Es erschien nicht zweckmäßig, in den einzelnen Schichtgruppen viele Unterabtheilungen
durch verschiedene Farbenlinien zu bezeichnen, da dies nur entlang der Linie des Reiseweges durch-
führbar gewesen sein würde. Verallgemeinerungen meisten selbstverständlich auf Abtheilungen
höherer Ordnungen beschränkt werden. Viele Einzelheiten, welche dem beschriebenen Text zu
entnehmen sind, haben daher auf den Karten keine Berücksichtigung gefunden. Im Folgenden soll
die Bedeutung der einzelnen Farbentöne auf den Blättern der ersten Hälfte des Atlas auseinander-
gesetzt werden.

Archaische Gruppe. In dieser sind zwei große Abtheilungen durch verschiedene Grund-
farbe, eine besonders charakteristische Gesteinformationen außerdem durch Signaturen unterschieden.
Die ältere Abtheilung hat Carmin, die jüngere Grau als Grundfarbe. Beide sind dem Alter nach
durch die Lagerungsverhältnisse so scharf getrennt, daß der Name „System" in dem neueren Sinn
auf sie angewendet werden kann.

In dem unteren Archaischen System habe ich das Vorhandensein einer älteren und einer
jüngeren Abtheilung nachzuweisen gesucht*). Die Carminfarbe ist für beide Abtheilungen benutzt
worden. Sie bezeichnet die untere auf den Blättern 2, 4, 6, 8, 10, wo Gneis und Gneis-Granit
die wohlgeschiedene Basis bilden; dagegen die obere auf den Blättern 12, 14, 16, 18. Auch
die Gneise am Nordrand des Tsin-ling-shan (Bl. 20, 22, 24) werden (S. 706.**) der oberen Abtheilung
zugerechnet.

Außerdem ist dieselbe Farbe angewandt worden, um die allgemeine Verbreitung krystallinischer
Schiefer im Tsin-ling-shan auf Bl. 20 und dem östlichen Theil von Bl. 22 zu bezeichnen. Wahrscheinlich
sind dort, wie auf Bl. 24 und dem westlichen Theil von Bl. 22, mehrere Zonen metamorphischer Schicht-
gesteine vorhanden. Doch war es nicht möglich, sie im Einzelnen anzudeuten. In einem Fall (Bl. 20)
sind Züge von krystallinischem Kalkstein innerhalb einer Zone von metamorphischem Charakter aus-
geschieden worden.

Die Gneise im südlichen Theil des Tsin-ling-shan sind (S. 573. 574. 586) als vermuthlich
metamorphische Gebilde silurischen Alters dargestellt worden. Wegen des Gesteins-Charakters ist
für sie der Grundton der Gneise beibehalten, wegen des vermutheten Alters derselbe mit Bändern
der für das Silur verwendeten braunen Farbe überlagt worden. Diese Bezeichnung ist auf Bl. 24
durchgeführt, auf Bl. 22 nicht fortgesetzt, hier vielmehr die allgemeine Farbe der krystallinischen
Schiefer beibehalten worden.

Mit dem grauen Grundton des oberen Archaischen Systems sind sehr verschiedene
Schichtgebilde bezeichnet worden, welche nach der auf S. 707, 708 gegebenen Auseinandersetzung am
Bau des Grundgebirges theilnehmen, indem sie in sehr gestörter Lagerung das Liegende der meist
ebenfläching ausgebreiteten Silurischen Schichten bilden. Es gehören hierher:

Auf Blatt 2 die ihrer Stellung nach problematischen Sandsteine und Quartzite des Tahang-
shan und die durch Diorite und Hyprite metamorphosirten Gesteine von Tai-nan-fu.

Auf Blatt 4 die krystallinischen Schiefer und Kalksteine von Lai-tshöu-fu und King-nan-shan
welche durch blaue Linien in der Streichrichtung ausgezeichnet sind. Die gleiche
Grundfarbe ist für die sonst auf dem Raum dieses Blattes erkundeten Quartzite
und krystallinischen Kalksteine angewendet worden.

Auf Blatt 6 und 8 ist die einfache Grundfarbe für die ältere Stufe der schwarzen Quartzite
und Hornblendeschiefer gebraucht worden. Die Takushan-Schichten konnten