National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0158 |
Meine Tibetreise : vol.1 |
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Provinzen größere echte Judengemeinden existierten, die heute bis auf ganz
geringe Reste sich unter der anderen Bevölkerung verloren haben¹).
Die Mohammedaner in China — man nennt sie hier stets Hui hui²) — sind
geriebene Geschäftsleute, sie haben in erster Linie den Pferde- und Rindvieh-
handel so gut wie ganz in ihren Händen, sie treiben aber auch Landwirtschaft,
verstehen sich auf Pferde- und Maultierzucht, eine Kunst, die den Chinesen
beinahe ganz abgeht, und sind in allen Handwerken tätig. Die Chinesen erklären
die Mohammedaner für heimtückisch und unzuverlässig, auch werden viele
Diebereien auf ihr Konto gesetzt, ob immer mit Recht, erscheint mir fraglich.
Es ist wohl mehr die geringe gegenseitige Kontrolle in einem dünn bevölkerten
Lande, was die von den Hui hui besiedelten Distrikte in China unsicherer macht.
Ein Mohammedaner war es allerdings, der gerade bei meinem Einzug in das
halb zerstörte Dorf Hoa ma tsche rasch den Anbinderiemen eines vor einem
Laden stehenden Pferdes abschnitt, sich auf dessen Rücken schwang und so
schnell davongaloppierte, daß ihn keiner seiner Verfolger mehr einzuholen
vermochte. Auch bei mir wurde an jenem Abend ein Einbruch versucht. Zum
Glück aber war mein Weckapparat, den ich mir aus Schnüren und Glocken
improvisiert hatte, so gut aufgestellt, daß ein Schuß aus meinem Gewehr die
Diebe noch beizeiten verscheuchte.
Eine andere unangenehme Entdeckung machte ich in jener Gegend. Es
nahm mich wunder, daß meine Tiere trotz alles Fütterns dünner und dünner
wurden. Ich ließ mir täglich das Futter, Erbsen, Kleie und Stroh, vormessen
und hatte den Vorrat die Nacht über neben meinem Bett. Von dort mußten die
Diener die Portionen alle paar Stunden holen, wenn sie füttern wollten. Die
Chinesen füttern nämlich stets die Nacht über. Ich hörte dann die Tiere freudig
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