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0034 Meine Tibetreise : vol.2
Meine Tibetreise : vol.2 / Page 34 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000264
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Abbalgen der beiden Trophaen beschäftigt waren, näherten sich ahnungslos
der siebente und achte Bär des Tages. Go, der wieder mit mir war, spürte aber
noch vom letzten Male ein Gruseln in allen Gliedern, und ehe ich überhaupt
schußbereit war, hatte sein Schuß die beiden vertrieben.

Ich war in die Gegend gekommen, von der die Ts'aidam-Mongolen mir so
oft erzählt hatten, in das Hochland, in dem es Menschen gebe, die weder Acker-
bau treiben, noch Rinder und Schafe züchten, die, nur in dicke Felle gekleidet,
von Mäusen und Ratten sich ernähren. Ganz nahe bei der Soloma-Quelle¹)
und dem Muru usse²) seien sie zu Hause.

Diese tibetischen Bären (Ursus lagomyarius, U. pruinosus Blyth) variieren
sehr in der Farbe. Auch das weiße Band am Halse zeigt die allerverschiedenste
Breite. Bald ist es nur ein weißer Fleck an der Kehle, so groß wie beim
Malaienbären, bald ist es ein breites weißes Band, das sich rund um den Hals
legt, ja oft ist die Schulter bis zu einer Breite von 20 cm vollkommen weiß. Die
Grundfarbe des Körpers ist ein lichtes, schmutziges Graugelb, die Hinterbeine
sind grünlichschwarz in wechselnder Ausdehnung. Namentlich im Winter ist
die Färbung sehr dunkel. Kein Wunder, daß sich die Mongolen in Ts'aidam
erzählen, droben in den Bergen gebe es schwarze, weiße, rindfarbenrote und
gelbe Bären.

18. August. Kaum vom Lagerplatz über einen ganz niederen Sattel ge-
kommen, wo nur vereinzelt aus den allgemein so runden Bergformen weiße
Felsen mit versteinerten Carbon-Korallenresten herausblinkten, hatte ich den
Ausblick auf die westlichsten, auf die wirklichen Hoang ho-Quellen. Sie liegen
in einer viele Kilometer breiten Mulde, dicht bedeckt von niedrig wachsenden,
harten Binsenwiesen und zahllosen dazwischen eingestreuten, abflußlosen
Wassertümpeln. Aus dem größten, seeartigen Becken floß ganz schmal, so daß
ein Schritt zum Überschreiten genügte, aber 1 m tief der Bach, den wir als
den eigentlichen Hoang ho-Ursprung wohl ansprechen können³) (Tafel VI).

Ein Paar der gelben chinesischen Kasarkagänse belebte die blaue See-
fläche, zwei weitere in dünnstem Mauserkleid strichen eben mühsam und