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0037 Meine Tibetreise : vol.2
私のチベット旅行 : vol.2
Meine Tibetreise : vol.2 / 37 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000264
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OCR読み取り結果

ohne oben einen alten Bullen zu finden. Es ist, als ob sich die Tiere nach der
längst verschwundenen großen Vergletscherung ihrer Heimat zurücksehnten;
man findet sie wie träumend auf den kahlsten Gipfeln im Schnee liegen. Die
Tibeter freilich erzählen, diesen einsamen Philosophen sei in frühester Jugend
die Mutter weggeschossen worden und deshalb nur seien sie Einsiedler geworden.

Mit dem willkürlich herausgegriffenen Übergang¹) in das Yang tse-Becken
hatte ich es sehr glücklich getroffen. Genau in der Richtung, in der ich weiter-
reisen wollte, führte ein allmählich an Größe zunehmendes Tal in kleinen Win-
dungen abwärts. Diesem folgte ich den ganzen Rest des August. Täglich gab
es jetzt für meine schwergeprüften Tiere genügende Weide und auch unter-
wegs ging es meist ohne größere Schwierigkeiten weiter.

Nachdem wir im oberen Teil des Tales eine Sanddünenzone durchzogen
hatten, stellten sich sogar menschliche Spuren ein. Dies wirkte beruhigend auf
ängstliche Gemüter in meiner Karawane. Das Vertrauen wuchs, daß es mir
auch ohne Führer gelingen werde, aus diesem Labyrinth von Bergen und Tälern
meine kleine Schar ans Ziel zu bringen. „Sang tsche" (Altäre), an denen mittler-
weile Wildyak ihre Hörner erprobt hatten, alte Kochstellen (die bekannten
drei Steine) tauchten am Wege auf, wenn sie sich nicht in den hier etwas üppiger
gedeihenden Blumen und Kräutern verbargen. Die Reiseroute wurde früher
vielleicht öfter benützt, sie scheint aus der Gegend des Tossun nor nach dem
Tang la und endlich nach Lhasa zu führen. Daß unsere Vorgänger hier langsam
gereist waren, zeigte uns die große Zahl von Steinplatten, die über und über mit
tibetischen Schriftzeichen bedeckt waren. Bis 10 und 20 m lange Mauern von
Mani rdo mbum (= Mani rdo hbum = 100 000 Manisteine) waren in dem ein-
samen Tale zu sehen. Während die Karawanentiere ruhig sich erholen konnten,
gruben einst fromme, nach Lhasa pilgernde Mönche mit den unbeholfensten
Werkzeugen diese Gebetreliefs so tief und so peinlich sauber in die Steinplatten
ein, als gälte es nicht bloß, nachher eine auf die andere zu schichten, sondern
öffentlich aller Welt zu zeigen, wer es am schönsten machen könne. Jahrzehnte
haben seitdem mit Schnee und Eis daran weitergearbeitet und die grellen Farben
bis auf wenige Spuren wieder herausgewaschen (Tafel VII).

Als mein Tsch'eng die Gebetplatten gesehen, schaute er täglich nach dem
Yang tse kiang aus. Bei den Kuku nor-Tibetern ist nämlich die Sitte, solche
mühsamen Reliefs vorzugraben, noch wenig verbreitet, erst in der Nähe des
Yang tse-Stromes werden sie zahlreich.

Wir waren ja auf dem Wege zum Hsi t'ien, zum Himmel des Westens.
Viele Stunden lang erzählte uns Tsch'eng die Geschichte vom Tang sen und
wie durch ihn die Manisteine an das Ufer des Yang tse kiang kamen.

Die Sage vom Tang sen.

Es war in China während der T'ang-Dynastie, da lebte ein kleiner Beamter namens
Tsch'eng guan wei, der hatte eine Frau namens Yi man t'ang²). Dieser hatte einen