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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0256 Meine Tibetreise : vol.2
私のチベット旅行 : vol.2
Meine Tibetreise : vol.2 / 256 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000264
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OCR読み取り結果

Der Dschagla rgyalbo ist, wie viele kleine Könige Osttibets, in religiösen
Dingen konservativ gesinnt. Bei ihm gilt am meisten die Nima-Sekte. Wir
finden in seinen Tälern aber auch noch mehrfach Reste der alten Bönbo. Gleich
in meinem ersten Quartier in Ming tscheng war ich im Hause eines Bönbo-
Obermanns, und nicht weit davon waren mehrere Heiligtümer der Bönbo. Allein
wiederholte Einfälle der Tschantui hatten die Mehrzahl derselben im Laufe der
letzten Jahrzehnte vernichtet und allenthalben stieß ich auf Trümmerstätten, auf
verbrannte Häuser und Tempel¹) (Tafel XLIV). Die Folge war, daß selbst die
Söhne des alten Bönbo-Obermanns, bei dem ich eingekehrt war, zum Gelugba-
Glauben sich bekehrt hatten, ihre Gebetmühlen nun wie im Sinne unseres
Uhrzeigers schwangen und die vielen Zauberdolche und Bönbo-Sprüche, die
ich in ihrem Hause sah, nicht mehr hochhielten, sie auch nicht mehr, wie sonst
Bönbo tun, vor den Blicken ihrer Frauen verbargen. Der Bönbo-Priester ist
in diesen Gegenden nur noch der gefürchtete, aber nicht sehr geachtete Wetter-
macher und Hagelbeschwörer. Meinem Wirte wurde von seiner Gemeinde eine
jährliche Abgabe bezahlt, wofür er verpflichtet war, durch seine magischen
Künste die Wetterschläge aus dem Tale zu bannen. In der Wohnung waren in
Nischen und Spinden viele Ts'ats'a von 25 cm Durchmesser aufgestellt. Sie
sollen eine große Kraft besitzen und Aschen von heiligen Tieren und Menschen
enthalten²). Am Abend vor dem Schlafengehen wurde auch in diesem Hause
von sämtlichen Insassen eine lange Litanei mit Händeklatschen und Schnalzen
hergebetet, die eine halbe Stunde in Anspruch nahm. Wie immer beteiligten
sich auch die Gäste daran.