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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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Meine Tibetreise : vol.2 |
| 私のチベット旅行 : vol.2 |
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mańg), 80 Familien, Tangsker (oder Tsangskar), 300 Familien, außerdem Tschiaoko,
Radang, Sare (Salaong), 100 Familien, und die Gemeinden, von denen ich nur hörte,
wie Nöngwa, 100 Familien, Muru (Möu), 100 Familien, werden als die zwölf Bu oder ost-
tibetisch „Tscheni Bun" bezeichnet und zusammengefaßt. Die zwölf Häuptlinge (Bun)
erhielten alljährlich je 20 Tael vom Sung pan ting und bekamen auch einen kleinen
Knopf, der aber mehr die Rolle unserer Orden versah, sofern sie nicht vorzogen, offen-
sichtlich den Raubritter zu spielen und den Sung pan-Kaufleuten aufzulauern. Tat-
sächlich gehören sie zum alten Reich des Mongolenfürsten von Labrang gomba, d. h.
unter den Hoang ho nan tschün wang, von den Tibetern Soch'o aruwang oder arerong
genannt. Dieser ist derselbe, von dem ich Bd. I auf S. 192 erzählte, daß er 36 (früher 48)
Ho lun tse (yüan bau) als jährliche Pension vom Hsi ninger Ambangeneral bezog.
Seine zwei Völker werden auch unter dem Namen der zwölf tibetischen Hor-Vogteien
„Dsorgi" horka bdyoni und der Soch'o da bdyotschik, der elf mongolischen Pfeile oder
Schwadronen, zusammengefaßt. Die letzteren sollen heute 4000 Mongolenfamilien
umfassen. Die wichtigsten Klöster des Landes sind außer Labrang gomba das Kloster
Aru Rardya (Rardscha) gomba (800 Mönche angeblich) und Tangsker gomba (150 Mönche),
sowie Sela gomba (100 Mönche), alle natürlich der Gelugba-Sekte angehörend, denn wir
sind ja hier wieder im alten Land der Kuku nor-Kalmüken, und diese haben ja, wie
ich gezeigt, die reformierten Gelugba zu ihrem Siege und ihrer heutigen Vorherrschaft
geführt.
Mit dem Niedergang der Mongolen zu Beginn des 18. Jahrhunderts rückte hier neben
die weltlichen Herrscher mehr und mehr die klösterliche Macht von Labrang gomba.
Unter ihr sind die meisten Häuptlinge und viele tibetische Stämme beinahe unabhängig
geworden, die Tibeter sind weiter und weiter dem schneereicheren Winterwetter des
Südens ausgewichen und nach Norden verzogen, auf solche Weise die reinen mongo-
lischen Stämme mehr und mehr in die Enge treibend. Haben die Gelugba-Lama es
auch noch nicht verstanden, ganz die weltliche Macht in diesem Teil von Tibet zu
ersetzen oder zu erdrücken, so ist es ihnen immerhin gelungen, daß hier alle „wilden"
Nomaden ihre Glaubenslehre anerkannt haben und ihre Klöster besonders mit Ge-
schenken bedenken. Labrang gomba hat in der Zeit der großen Mohammedanerrevolte
Yakub Beg's, in den 1860er Jahren, als die chinesische Regierung geschwächt war, die
Nima in großem Stile bekriegt. Die Hsi ninger Regierung hatte damals — wie auf S. 148
bemerkt — ihre Rechte an dem Naü tsien rgyalbo-Gebiet dem Lama von Labrang
verkauft. Die Labrang-Lama hatten eine starke Expedition ausgerüstet und versucht,
das rotkappige Yü schu zu erobern, doch waren sie nicht stark genug und wurden unweit
von Dscherku ndo aufs Haupt geschlagen und genötigt, ihre Reformationspläne aufzu-
geben. Die Ruinen ihres befestigten Lagers wurden mir nicht fern im Westen dieses
Ortes noch gezeigt. Wegen dieser Niederlage konnten die Hsi ninger noch immer mit
vollem Recht von i h r e m Hung mao ör de ti fang, dem Platz ihrer Rotkappen, der
Nima-Anhänger, sprechen¹).
Der Mittag und Nachmittag des 3. September blieb vom herrlichsten Wetter
begünstigt. Es war windstill in der Steppe und mollig. Nur wenige Haufen-
wolken schwebten langsam auf und ab wogend aus Westen her, und auch der
Monsunwind, der sich unter der westöstlichen Oberströmung zu erkennen gab,
brachte nur seltene Wolken aus dem fernen Tiefland herauf. Die Maximal-
temperatur betrug + 13,2° und kam — wie meist — um drei Uhr mittags
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