国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0408 |
Meine Tibetreise : vol.2 |
| 私のチベット旅行 : vol.2 |
引用情報
OCR読み取り結果
XVII.
Schluß.
Tausend Wegchen und Pfade streben vom Kloster Labrang ins Ts ao ti
hinein, durch tausend Fäden ist die mächtige und reiche Lamaresidenz mit
den wilden Horden der Steppe verknüpft. Hinunter nach China aber gibt es
nur eine einzige Straße. Diese folgt dem gewundenen Laufe des Flusses Sang
tschü, an dem das Kloster erbaut ist. Sie führt an noch einigen Klöstern und
Einsiedeleien vorbei, an spärlichen tibetischen Dörfchen und Höfchen, an
ärmlichen Feldern vorbei, die dem wilden Wasser und den Felshängen abgerungen
sind. Dichte Wälder schließen den Weg ein und Felshäupter mit glitzerndem
Schnee schauen stolz auf den Wanderer herab, der sich mühsam über große
Steine, auf und ab, auf Galerien an Felswänden hin, durch Furten und andere
Widerwärtigkeiten arbeitet.
Endlich am dritten Reisetage werden plötzlich die Berge niederer; an einer
Talwindung, kurz unterhalb eines Tibeterdorfs, sperrt eine alte Mauer das Tal.
An einem eingefallenen Tor, Kwan men genannt, stehen chinesische Soldaten,
die von jedem Landsmann barsch einen Obolus heischen. Wir durchreiten das
Kwan men, und mit einem Schlage öffnet sich das Tal zu der breiten und frucht-
baren Talebene von Ho tschou, die sich von hier aus 40 km weit nach Nordosten
hinzieht¹). Der nächste Schritt bringt uns in das Lößland von Kan su hinein und
eine weiße und trockene Staubkappe drückt auf die Landschaft. Nirgends er-
späht das Auge mehr Felsgestein. Nur dicker Löß und darunter roter Lehm ist
das Material, aus dem die Hügel der Talseiten geformt sind. Dorf reiht sich an
Dorf. Bald beginnt es auf der Straße von Menschen zu wimmeln. Auf Eseln,
hoch zu Maultier oder im Karren eilen sie dick von Staub bedeckt nach dem
Markt von Ho tschou. Noch eine Weile sendet mir der Tai tse schan, den mein
Sang-Fluß auf dem Wege von Labrang durchbrechen mußte, einen Abschieds-
gruß aus Tibet. Ein trotziger Recke, ein echter, tibetischer Wachposten, starr
und steif mit steilen Zinnen, schaut er nach China und auf den fahlen und kahlen
Löß hinab. Zu bald aber entschwindet er meinen Blicken; der Lößdunst lagert
zu dicht und dick über dem Tal. Nur vier Tage hatte es nicht geregnet und das
Auge vermochte bereits den feinen Staub nicht weit mehr zu durchdringen.
Das Tonbecken des Ho tschou-Bezirks lernte ich zwei Jahre zuvor in seiner
O—W-Erstreckung auf dem Wege von Di dao tschou kennen. Dieses Mal
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