National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0021 |
Southern Tibet : vol.5 |
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Im Jahre 1892 gelang es DIENER, GRIESBACH und MIDDLEMISS trotz der Grenzwachen
und teilweise mit ihrer Erlaubnis ein Gebiet des südwestlichen Tibet um Kungribingri, Chiti-
chun, Rimkin und Niti herum zu untersuchen.¹ Dieses Gebiet wird jedoch an keinem Punkte
direkt von HEDIN's Reiseweg berührt.
Im Jahre 1900 wurde die Gegend um Chitichun herum von A. V. KRAFFT² besucht. Auch
er wurde aber durch politische Gründe daran gehindert, tibetanisches Gebiet zu betreten.
Die Gegend um den Spitistrom herum, am Spitipasse, wird von HEDIN's Reiseweg berührt.
Dieses Gebiet ist auf der indischen Seite der Grenzlinie Gegenstand wiederholter geologischer
Untersuchungen u. a. von STOLICZKA, MC MAHON, LYDEKKER, OLDHAM, GRIESBACH, V. KRAFFT,
HAYDEN u. a. gewesen. Die Arbeiten der beiden letztgenannten Geologen sind von HAYDEN
in ›The geology of Spiti, with parts of Bashar and Rupshu‹³ vereinigt worden; hier finden sich
auch kurze Referate der Arbeiten früherer Autoren über die fragliche Gegend.
Gleich östlich von HEDIN's Forschungsgebiet, am Tengri-nor oder Nam-tso, fand der
Pandit NAIN SINGH im Jahre 1876 einige Exemplare von Omphalia Trotteri FSTM.⁴, welche
zeigten, dass der jüngeren Kreide angehörende Kalksteine bei dem genannten tibetanischen See
anstehen.
Von allergrösster Bedeutung für meine Bearbeitung von HEDIN's geologischem Material
aus Tibet war HAYDEN's ›The geology of the provinces of Tsang and Ü in Central Tibet‹.⁵
In dieser Arbeit findet sich eine übersichtliche Darstellung des Baues des Gebirgsgrundines inner-
halb desjenigen Teiles von Tibet, der im Jahre 1903 von der englischen Expedition nach Lhasa
unter YOUNGHUSBAND durchzogen wurde. Obwohl diese Expedition nicht direkt das von
HEDIN erforschte Gebiet von Tibet berührte, indem sie sich südlich und östlich von diesem
hielt, erhalten wir doch durch HAYDEN's ausgezeichnete Untersuchungen feste Anhaltspunkte
für die Beurteilung der Geologie des bei meiner Arbeit zunächst in Frage kommenden Gebiets
und zwar sowohl rücksichtlich der fossilfreien sedimentären, als der eruptiven Bildungen des-
selben. In der angeführten Arbeit findet sich auch ein ausführliches Verzeichnis früherer Unter-
suchungen in Sikkim und Bhutan. Insbesondere wird auf die grosse Bedeutung der geologischen
und petrographischen Arbeiten E. J. GARWOOD's im oberen Sikkim⁶ hingewiesen.
Auch die zusammenfassenden Übersichtsarbeiten über die Geologie Indiens⁷ enthalten
natürlich viele Notizen, die für das Verständnis des geologischen Baues von Tibet wichtig
sind, auch wenn sie nicht die Grenzmarken der Kenntnis bezüglich der Geologie dieses
Landes weitergerückt haben als die hier oben erwähnten Spezialabhandlungen, auf denen sie
selber ruhen.
Die jüngst erschienene Übersichtsarbeit, von HAYDEN,⁸ über die Geologie der an Tibet
stossenden Grenzgebiete Indiens bietet zwar eine kritische Behandlung und Umwertung eines
Teils der Angaben und Ansichten der älteren Autoren betreffs der südwestlichen Grenzgegenden
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