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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0189 |
Southern Tibet : vol.5 |
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Pressung kommt die bekannte Mörtelstruktur zum Vorschein, oder die granitische Struktur wird
ganz verwischt, und dem Gestein wird die granoblastische Pflasterstruktur aufgedrückt. Auch
bei so bedeutender mechanischer Umgestaltung sind indessen die Veränderungen des Mineral-
bestandes durch chemische Umwandlungen sehr unbedeutend und beschränken sich auf Neu-
bildungen von Glimmer, von Plagioklas in myrmekitischer Verwachsung mit Quarzstengeln, von
Quarz und (sehr selten) Granat. Die Schieferung wird durch die planparallele Anordnung der
Glimmerblättchen sowie durch die Ansammlung derselben zu unter sich parallelen Streifchen
hervorgerufen.
Aus dem Gesagten scheint hervorzugehen, dass die Metamorphose der Granite zu Gneiss-
graniten in der oberen Zone oder in den oberen Teilen der mittleren Zone erfolgte.
Die Verbreitung der Gneissgranite fällt mit derjenigen der entsprechenden Granitspezies zu-
sammen. An jedem Fundorte, von welchem mehrere Granitstufen in der HEDIN'schen Samm-
lung vorliegen, gibt es sowohl schwächer wie deutlicher gestreifte Varietäten.
2. Hornblendegneisse.
Schon aus der Erwähnung der Diorite (S. 152, 160) geht hervor, dass diese Gesteine äusserst
selten ihren primären Charakter beibehalten haben, sondern dass wenigstens teilweise sowohl
ihre ursprüngliche Struktur wie ihre Mineralzusammensetzung unter dem Einfluss einer Dynamo-
metamorphose verloren gegangen ist.
Die in dieser Weise entstandenen Gesteine setzen sich aus Plagioklas (basischem Oligoklas
oder saurem Andesin) und grüner Hornblende, sowie titanhaltigem Magnetit, Titanit und Apa-
tit zusammen. Der Plagioklas bildet gewöhnlich leisten- oder tafelförmige Individuen, an denen
man zuweilen Biegungen, Knickungen oder sonstige kataklastische Erscheinungen wahrnehmen
kann. Die Leisten und Tafeln sind als Relikte der ursprünglichen Plagioklase des Mutter-
gesteins anzusehen. Zuweilen sind dieselben zu unregelmässigen Körnern zertrümmert worden.
Zwischen den Plagioklaseu sieht man eine feinkörnige, granoblastische Masse von grünen resp.
gelben Hornblendekornern oder -stengeln, braunen resp. gelben Biotitschuppen und kleinen
farblosen Körnern, die teils aus Albit, teils aus Quarz bestehen. Innerhalb der grösseren
Zusammenballungen von Hornblendeindividuen liegt oft ein farbloser bis schwach grünlicher
monokliner Pyroxen, der nach aussen ohne Grenze in kompakte Hornblende übergeht. Man
darf ohne Zweifel annehmen, dass der ganze Hornblendegehalt des Gesteins durch Amphiboli-
sierung der ursprünglichen Pyroxens entstanden ist.
Das jetzige Amphibolgestein ist folglich ein granoblastischer bis porphyroblastischer Horn-
blendegneiss mit Relikten der Andesinleisten des Muttergesteins und mit kümmerlichen Resten
des Pyroxens desselben. Seine Textur wird durch die Streckung und Parallelanordnung der
Hornblendeindividuen eine schwach ausgeprägte Kristallisationsschieferung.
Die kataklastischen Erscheinungen sind sehr selten; dagegen spielen Mineralneubildungen
infolge molekularer Umlagerungen innerhalb der Gesteinsmasse eine dominierende Rolle. Allem
nach scheint die Metamorphose in der mittleren Zone stattgefunden zu haben.
Diese aus Dioritgesteinen hervorgegangenen Mesohornblendegneisse, zu denen (281), (306),
(519), (542), (745) zu rechnen sind, kommen im Brahmaputratal vor, sowohl am Südabhang
des Transhimalaya wie am Nordabhang des Himalaya (Kubi-gangri). Schon hier oben (S. 55,
82) wurde hervorgehoben, dass identische Gesteine von HAYDEN in der Nähe von Nangkartse,
Nethang etc. gefunden worden sind, Intrusionsgänge in den Juraschiefern des östlichen Brahma-
putratales bildend. Die von Doktor HEDIN mitgebrachten Stufen derselben Formation stam-
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