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0212 Southern Tibet : vol.5
南チベット : vol.5
Southern Tibet : vol.5 / 212 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000263
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OCR読み取り結果

folgende Lagerung wahrgenommen: zuunterst Spitischiefer wechsellagernd mit und übergehend
in dünnschichtigen, grauen Sandstein, welcher am Fuss des hohen Berges n. vom Scherik-
Fluss von einem festen, grauen Quarzsandstein überlagert wird. Das Alter dieser Bildung wird
als entweder untere Kreide oder oberes Jura geschätzt. — Etwas s. von Nabgo wird der er-
wähnte Sandstein konkordant von dem als obere Kreide gedeuteten Chikkimkalkstein mit
Inoceranusresten überlagert.
Die eben geschilderten geologischen Verhältnisse der jüngeren Jura- und älteren Kreidezeit
herrschten nach v. KRAFFT¹ auch in der Provinz Kumaon, wo der Spitischiefer allmählich in
den überlagernden Gieumalsandstein übergeht. In den oberen, teilweise schieferigen Partien des
Gieumalsandsteins finden sich rote Schiefer von intensiver Terracottafarbe mit einigen Bändern
von rotem Hornstein und hartem, grünlichem Schiefer.
Der Parallelismus zwischen den soeben aus dem Himalaya geschilderten Formationen und
der im Transhimalaya vorkommenden Sandstein-Schieferserie ist auffallend, nur dass wir jetzt,
dank der Orbitolinaspecies der von Dr. HEDIN im Transhimalaya angetroffenen Kalksteine,
das Alter dieser Serie näher bestimmen können, als es früher möglich war: der Kalkstein,
welcher dem Sandstein auflagert, gehört dem Barrémien an, der Sandstein selbst
demnach etwa dem Neocom, die älteren, unterlagernden Schiefer sollten das
Äquivalent des Spitischiefers bilden und demnach den jüngsten Teil des Jura-
systems repräsentieren.
Die Verschiedenheiten der petrographischen Charaktere der einander entsprechenden Lagen
dieser Serie aus dem Transhimalaya und Himalaya sind nur von lokaler Bedeutung und beruhen
darauf, dass die betreffenden Lagen des Transhimalaya in mehreren Fällen eine mehr durch-
greifende Metamorphose als die eben aus dem Himalaya beschriebenen durchgemacht haben.
Diese stark metamorphosierten Phyllite, Quarzschiefer, Quarzite und Kalkschiefer stimmen sehr
gut mit den zeitlich entsprechenden Bildungen aus dem östlichen Himalaya z. B. aus der Gegend
zwischen Gyantse und Schigatse oder zwischen dem Karo-la und dem Nam-tso überein, wovon
HAYDEN² durch Granit- und Diabasintrusionen sowie Faltungen in Phyllite, Quarzite und Kalk-
schiefer umgewandelte Schiefer, Sandsteine und Kalksteine beschreibt. Auch hier fehlen Fossi-
lien fast vollständig, was wenigstens teilweise auf der Zerstörung derselben durch die Meta-
morphose der Lagen beruht. HAYDEN glaubt jedoch auf Grund des allgemeinen Wiederkehrens
derselben Gesteinstypen, die zuweilen jurassische Fossilien tragen, die ganze, weitverbreitete Serie
als dem Jurasystem zugehörig ansehen zu dürfen.
Die ungefähre Verbreitung dieser Jura-Schiefer und -Sandsteine resp. -Quarzite im öst-
lichen Himalaya geht aus der Karte (Pl. 47) in der zusammenfassenden Arbeit von HAYDEN
über die Geologie der Provinzen Tsang und Ü in Tibet hervor.³ Die betreffenden Forma-
tionen erstrecken sich von Sikkim und Bhutan im S. bis Lhasa und jenseits dieser Stadt im
N., und es scheint »highly probable that Mesozoic rocks (chiefly Spiti shales and other Juras-
sic beds) run continuously eastwards along the northern frontiers of Nepal and Bhutan, pos-
sibly even as far as the gorge of the Brahmaputra.«
Dank den HEDIN'schen Sammlungen wissen wir jetzt, dass dieselbe Schichtenserie sich auch
nördlich des Brahmaputra, im Transhimalaya und auf der tibetanischen Hochebene verbreitet.