National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
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| 0056 |
Southern Tibet : vol.5 |
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löschen 8° zu diesen Rissen. Der Orthoklas ist demnach nicht reiner Kali-, sondern ein Kali-
Natron-Orthoklas. Der Rand zeigt oft eine verschwommene Mikroklinstruktur, wie eine solche
sonst bei gelinder Pressung aufzutreten pflegt. — Der Plagioklas bildet tafel- oder leisten-
förmige Individuen mit selbständiger Begrenzung, zusammengesetzt aus Zwillingen nach dem
Albit- und Karlsbadergesetz; er zeigt oft zonaren Bau, die Randpartien saurer als die zentralen.
Gemessenes Maximum der zur Zwillingsebene symmetrischen Auslöschungsschiefe = 18°; folg-
lich dürfte ein saurer Andesin, Ab⁷An², vorliegen. — Der Quarz, offenbar der zuletzt aus-
geschiedene Magmarest, erfüllt die Zwischenräume zwischen den übrigen Mineralien. Unter
den Einschlüssen sind solche mit beweglicher Libelle gewöhnlich; die Einschlüsse ordnen sich,
wie auch sonst in Granitquarzen, zu Reihen oder Bändern, die das Quarzkorn durchqueren.
Die Auslöschung ist oft undulös. — Die Hornblende bildet kurz säulenförmige oder unregel-
mässig begrenzte Individuen; a = gelbgrün bis gelbbraun, b = grün oder braun, c = olivengrün
oder dunkelbraun. Meistens zeigt die Hornblende eine weitgehende Umwandlung in Chlorit
unter Ausscheidung von opaken Erzkörnchen, Limonit und Kalkspat. — Der Biotit kommt
oft in Verwachsung mit der Hornblende vor; die Farbe braun, aber mit wechselnder Ab-
sorption: a < b = c. Auch der Biotit geht in grüne, chloritische Substanzen und Eisen-
erze über.
Das Gestein zeigt nur schwache Pressungserscheinungen; der Quarz undulös auslöschend,
die Randpartien des Orthoklases mit undeutlicher Mikroklinstruktur, die Andesin- und Biotit-
individuen gebogen.
Dieser Quarzbiotitdiorit zeigt vollständige Identität mit dem von HAYDEN ¹ aus der Gegend
von Lhasa beschriebenen und abgebildeten Hornblendegranit, wie ich nicht auch durch direkten
Vergleich mit den Originaldünnschliffen HAYDEN's, die er mir gutigst zur Verfügung stellte,
überzeugen konnte. Auch in dem Lhasa-Granite ist der zonar gebaute Plagioklas ein saurer
Andesin, auch hier zeigen die Biotite und Hornblenden denselben Pleochroismus und dieselbe
Absorption, wie hier oben von (202) erwähnt wurde, kurz, die optische Analyse gibt eine
vollständige Identität der beiden Gesteine an.
Die chemische Analyse, ausgeführt von Doktor S. T. Tyden, Alnarp, ergab folgende
Resultate:
SiO₂ . . . . . . . . 63.45 %
TiO₂ . . . . . . . . 1.11 »
Al₂O₃ . . . . . . . . 16.87 »
Fe₂O₃ . . . . . . . . 2.00 »
FeO . . . . . . . . 2.19 »
MnO . . . . . . . . 0.24 »
MgO . . . . . . . . 2.22 »
CaO . . . . . . . . 4.43 »
Na₂O . . . . . . . . 2.41 »
K₂O . . . . . . . . 1.96 »
H₂O . . . . . . . . 3.08 »
P₂O₅ . . . . . . . . 0.24 »
Summe 100.20 %
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