National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books

> > > >
Color New!IIIF Color HighRes Gray HighRes PDF   Japanese English
0171 Southern Tibet : vol.5
Southern Tibet : vol.5 / Page 171 (Color Image)

New!Citation Information

doi: 10.20676/00000263
Citation Format: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR Text

Die gegenseitige Verbreitung der verschiedenen Glieder der Orthoklasgesteine, der Granite,
Granitporphyre, Aplite, Pegmatite und Liparite, geht aus der Karte, Fig. 3, hervor. Aus dieser
erhellt, dass die Granitporphyre, die aplitischen und pegmatitischen Granite sowie die Liparite
nur in den höchsten Teilen des Transhimalaya anstehend angetroffen worden sind, während sie
in der Talniederung des Brahmaputra-Tales und westlich derselben, d. h. in dem Talgebiet, das
den Transhimalaya im S. und S. W. begrenzt, ganz vermisst werden. Die Granite dagegen sind
zum allergrössten Teil an den Süd- und Nordrand des Transhimalaya sowie an die erwähnte
Talniederung gebunden, obwohl sie stellenweise auch in den Flusseinschnitten des eigentlichen
Transhimalaya entblösst worden sind. Da es ohne weiteres offenbar ist, dass die grobkörnigen,
holokristallinschen Granite im allgemeinen ein tieferes Niveau der Eruptivformation als die
Granitporphyre und die Liparite repräsentieren, kann man aus der erwähnten Verbreitung dieser
Strukturvarietäten die Schlussfolgerung ziehen, dass tiefe Erosionseinschnitte notwendig waren,
um die tiefer gelegenen Granite blosszulegen. Daraus folgt andererseits, dass den erodierenden
Kräften eine sehr grosse Rolle bei der Bildung der Talniederung südlich und südwestlich des
Transhimalaya zugeschrieben werden muss.

II. Natronkalkfeldspatgesteine.

A. Quarzführende.

a. Quarzdiorite.

Schon hier oben (S. 156) wurde hervorgehoben, dass gewisse Biotit-Hornblendegranite sich
ihrer chemischen Zusammensetzung nach, den quarzdioritischen Magmen stark nähern, ja, dass
einige derselben diesen so nahe stehen, dass sie geradezu als Quarzbiotitamphiboldiorite be-
zeichnet werden können. Zwischen diesen beiden Gesteinsvarietäten gibt es im Transhimalaya
eine solche Menge Übergangsglieder, dass es oft eine rein subjektive Frage ist, ob man eine
gewisse Probe zu der einen oder der anderen Varietät rechnen will. Was die Zusammensetzung
und Struktur dieser Granodiorite betrifft, verweise ich auf die hier oben (S. 152) gegebene Be-
schreibung und beschränke mich auf eine Erwähnung der am meisten basischen Varietäten der
Quarzdiorite.

1. Quarzamphiboldiorite.

Solche bestehen aus basischem Oligoklas, etwas Orthoklas und Quarz, Hornblende, Biotit,
Eisenerzkörnern, Apatit und sekundären Verwitterungsprodukten. Der Oligoklas bildet leisten-
förmige Individuen, zusammengesetzt aus Zwillingen nach dem Albitgesetz, wirr durch einander
liegend. Die Zwischenräume werden von Quarz ausgefüllt oder von Quarz in mikropegmati-
tischer Verwachsung mit einem einheitlich struierten Feldspat, dessen Lichtbrechung niedriger
ist als die des Quarzes, und der als Orthoklas gedeutet werden könnte. In anderen Zwischen-
räumen befindet sich eine kompakte, grüne Hornblende; Hornblende tritt auch als kurz säulen-
förmige Individuen auf, die vor oder gleichzeitig mit dem Plagioklas sich ausschieden; a = grün-
gelb, b = grün, c = grün mit bläulichem Ton. Der Biotit bildet gelbe, resp. braune, lappige
Tafeln; er tritt immer an Menge gegen die Hornblende stark zurück.
In anderen noch mehr basischen Varietäten desselben Gesteins scheint die Hulle des Plagio-
klases aus Oligoklas, der Kern dagegen aus Labradorit zu bestehen. Hier tritt auch sowohl
der Quarz wie der Orthoklas stark zurück, und das Gestein nimmt eine mehr ausgeprägt
porphyrartige Struktur an.