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0190 Southern Tibet : vol.5
南チベット : vol.5
Southern Tibet : vol.5 / 190 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000263
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OCR読み取り結果

men aus dem Brahmaputratal gleich nordwestlich von Schigatse, südlich von Nahtschak und
aus der Umgebung der Quelle des Brahmaputra, sowie aus der Gegend nördlich vom Rakas-
tal. Es wurde hier oben (S. 160) erwähnt, dass sowohl diese amphibolisierten Gesteine wie
ihre pyroxenführenden Muttergesteine als jungeocän angesehen werden. Aus den kurzen geo-
graphischen Notizen hier oben geht hervor, dass diese jungeocäne dioritische Gangformation
sowohl in den östlichen wie in den westlichen Teilen der Talniederung zwischen dem Trans-
himalaya und Himalaya auftritt.

3. Pyroxenamphibolit.

Eine granoblastische Mischung von gewöhnlichem oder omphacitartigem Augit, Hypersthen
oder aus diesen hervorgegangener Hornblende, sowie von Andesin und Labradorit. Eine Relikt-
struktur ist deutlich wahrnehmbar, indem man ab und zu sieht, dass die nunmehr kurzen
Plagioklasindividuen aus lang leistenförmigen hervorgegangen sind. Das Muttergestein scheint
ein ophitstruierter Hypersthenaugitdiorit oder -diabas gewesen zu sein.
Hieher gehören die Stufen (524), (525). Das Gestein ist in der Talniederung südlich vom
Transhimalaya, wo der Kubi-tsanpo, Tschema-jundung und Marium-tschung zusammenfliessen,
gefunden worden.

4. Albitamphibolit und Chloritglaukophanalbitschiefer.

Diese auf der tibetanischen Hochebene entblössten Gesteine sind im Kapitel I hier oben
unter den Nummern (163) resp. (146—147) beschrieben worden.

5. Leptite.

Graue, dichte bis feinkörnige, schieferige Gesteine, die aus Quarz, Biotit, Orthoklas, Erz-
partikelchen sowie vereinzelten Granaten und zuweilen auch Turmalinkristallen bestehen.
Die Quarz- und Orthoklasindividuen sind von derselben Grösse, in einander mit gezahnten
Rändern greifend, eine alliotriomorphe Masse bildend. — Die gelben resp. braunen Biotit-
blättchen liegen so orientiert, dass ihre längsten Achsen dieselbe Richtung innehaben. — Die
Granate sind schwach hellrot. — Die Turmaline bilden authigene, nadelförmige Kristalle mit
regelmässiger Begrenzung; c = farblos, a = tiefblau.
Die Struktur ist lepidoblastisch, schwach porphyroblastisch mit zuweilen sehr schön aus-
gebildeter Kristallisationsschieferung.
Der Gehalt an authigenem Turmalin deutet auf pneumatolytische Prozesse oder Kontakt-
metamorphose, die Schieferung auf Dynamometamorphose als Ursache der Umwandlung des
Muttergesteins in den jetzigen Leptit; man könnte vielleicht den Umwandlungsvorgang als eine
Piezokontaktmetamorphose (WEINSCHENK) bezeichnen, für welche Annahme auch der Reichtum
an Glimmer und die Abwesenheit eigentlicher Kontaktmineralien spricht. Ohne chemische
Analyse des Leptits ist es natürlich schwer, die Natur des Muttergesteins desselben zu be-
stimmen. Der allgemeine Habitus des metamorphosierten Gesteins spricht indessen sehr für
die Annahme, dass es sich hier um ein prägranitisches, d. h. präeocänes, sandig-toniges Sedi-
ment handelt, das bei der Gebirgsfaltung in Zusammenhang mit Graniteruptionen umgewandelt
wurde.