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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0210 |
Southern Tibet : vol.5 |
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IV. Zur geologischen Entwicklungsgeschichte des Transhimalaya
und südwestlichen Tibet.
1. Die verschiedenen Formationen in geologischer Altersfolge.
Schon in der Einleitung wurde hervorgehoben, dass es nur sehr wenige Stützpunkte für
die direkte Altersbestimmung der verschiedenen Formationen des betreffenden Gebietes gebe.
Von bestimmbaren Fossilien sind nämlich nur Praradiolites Hedini Douv. sowie Orbitolina
conulus, O. bulgarica, O. cf. discoidea und O. subconcava aufgefunden worden. Die diese
Fossilien umschliessenden Kalksteine (S. 166) sind folglich während der Gault- und Cenomanzeit
abgelagert worden. Für eine Schätzung des Alters der übrigen hier angetroffenen Bildungen
sind wir nur auf indirekte Beweise angewiesen.
A. Prä- und altcretaceische Ablagerungen.
Das geologische Profil der Figur 11 zeigt, wie in der Nähe von Tomo-schapko fest anste-
hender Barrémienkalkstein von einem graugelben Sandstein unterlagert ist. Diese Sandstein-
formation, ganz fossilfrei, scheint demnach aus stratigraphischen Gründen altcretaceisch, d. h.
etwa dem Neocomien zugehörig zu sein.
Dieser Sandstein besteht fast ausschliesslich aus Quarzkörnern mit vereinzelten Feldspat-
fragmenten; die Bestandteile werden durch sekundär ausgeschiedene Kieselsäure cementiert.
Ab und zu zeigt ein Quarzkorn undulöse Auslöschung, Druckzwillinge oder sogar Mörtelkränze,
d. h. deutliche Spuren einer kataklastischen Einwirkung. Zuweilen sind die Quarzkörner
linsenförmig ausgewalzt; die Längsachsen derselben zu einander parallel angeordnet. Mit an-
deren Worten, der Sandstein geht in einen quarzitischen Sandstein über, der als lepidoblasti-
scher Quarzit mit noch nachweisbarer blastopsammitischer Reliktstruktur bezeichnet werden
kann. Wenn die Metamorphose noch weiter getrieben worden ist, zeigen die Quarzkörner die
verzahnte Struktur echter Quarzite. In den metamorphosierten Varietäten treten auch authi-
gene Turmalinkristalle und Glimmerblättchen auf.
Aus demselben Profil geht noch weiter hervor, dass diese Sandstein-Quarzitablagerung
von feinkörnigeren Sandsteinschiefern unterlagert wird, die zuweilen einer so durchgreifenden
Metamorphose unterworfen worden sind, dass sie den Namen eines Quarzitschiefers verdienen.
Bei Laän (Fig. 11) ruht dieser Sandschiefer auf einem lithyalischen, mehr oder weniger stark
metamorphosierten Tonschiefer.
Die jetzt aus der Gegend von Tomo-schapko bis Laän beschriebene fossilleere Serie be-
steht aus mehr oder weniger vollständig umgewandelten Tonschiefern, Sandschiefern und Sand-
steinen; die Endprodukte der Metamorphose mögen als Phyllite, Quarzitschiefer resp. Quar-
zite bezeichnet werden. Die tonigen Gesteine sind im grossen und ganzen älter als die san-
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