国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0215 |
Southern Tibet : vol.5 |
| 南チベット : vol.5 |
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tanten dieser jungeretaceischen »Flysch«-Formation gelten könnten, wären die hier oben (S. 97)
beschriebenen, in den höchstgelegenen Teilen des Patschentales, nno. von der nordöstlichen
Ecke des Manasarovar anstehenden, grünen oder violetten, teilweise etwas talkigen Phyllitschiefer.
Da ich indessen keine anderen Stützen für eine solche Annahme habe als petrographische Über-
einstimmung der Formationen, beschränke ich mich auf diese Andeutung der Möglichkeit, dass
wir nno. vom Manasarovar Repräsentanten der sonst in Südwesttibet vermissten jungeretacei-
schen Flyschformation des westlichen und centralen Himalaya haben.
Die Gault-Cenomanbildungen treten an verschiedenen Stellen längs dem Reisewege Dr.
HEDIN's zu Tage; vom Aksai-tsching im NW. bis Tomo-schapko, etwas nördlich des Sees
Ngangse-tso, im SO., vom Ngangsi-tso im O. längs dem Nordrande des Transhimalaya wenig-
stens bis Jumba-Matsen im W. Innerhalb des Transhimalaya selbst sind sie anstehend nur bei
den Indus-Quellen angetroffen worden (760), (761). Im Brahmaputra-Tal sind keine beweisbaren
Gault-Cenomanablagerungen aufgefunden.
Ausser den schön erwähnten Ablagerungen, deren Alter festgestellt worden ist, gibt es
in Südwesttibet auch andere, mutmasslich ebenfalls zum Kreidesystem hinzuführende Kalk-
steine (S. 166). Diese sind dicht oder halbkristallinisch und ohne Fossilien. Da sie indessen
mit den Gault-Cenomankalksteinen vergesellschaftet vorkommen, könnte man anzunehmen wa-
gen, dass sie die eine oder die andere Abteilung des Kreidesystems repräsentieren.
In der Nähe von Lhung-nak (Fig. 13) werden Kreidegänge, die beweislich dem Aptien zu-
gehörig sind, von intrusiven Gängen von Quarzamphiboldioritporphyrit durchsetzt. Die Erup-
tionszeit dieser Gangformation muss folglich wenigstens spätcretaceisch sein.
C. Eocän.
Seit lange kennt man aus dem oberen Indus-Tal eine Eocänformation, die sich aus lim-
nischen Konglomeraten, Sandsteinen und Schiefern zusammensetzt und von marinen Kalksteinen
mit Nummulites überlagert wird. In Zangskar wird dieser Horizont von einem Nummuliten-
kalkstein repräsentiert. Auch in Hundés soll nach GRIESBACH derselbe Nummulitenkalkstein
vorkommen, hier die jungeretaceische »Flysch«-Formation überlagernd. Ebenso sollen angeblich
Überbleibsel der marinen eocänen Formation im centralen Tibet vorkommen. Man möchte
da erwarten, dass Reste derselben eocänen Nummulitformation auch in Südwesttibet anzu-
treffen sein dürften.
Unter den mir überlassenen Gesteinsproben aus dem Transhimalaya und Südwesttibet
gibt es indessen keine einzige, in der ich eine Nummulitenschale aufgefunden habe. Es
will mir folglich scheinen, als wenn das Nummuliten-Meer niemals das südwestliche Tibet be-
deckt hat. Ausgeschlossen ist jedoch natürlich nicht, dass die Nummulitformation sich
einmal auch über Südwesttibet hinaus erstreckte, dass aber dieselbe nachher den abtragenden
Kräften zum Opfer gefallen ist. Die letztere Annahme kommt mir indessen viel unwahrschein-
licher als die erstere vor und zwar aus folgenden zwei Gründen. So, ohne eine Spur von
sich in den Moränen und Blockanhäufungen zu hinterlassen, könnte wohl kaum eine so leicht
kenntliche Bildung wie der Nummulitenkalkstein vernichtet worden sein. Auch in den o. und
s.o. des von HEDIN erforschten Gebietes gelegenen tibetanischen Provinzen Tsang und Ü fehlt
nach HAYDEN¹ die Nummulitformation.
Da in den zuletzt genannten Provinzen, beispielsweise bei Kampa dzong und Tuna, fos-
silienführende, unzweifelhaft alttertiäre Kalksteine und Schiefer aufgefunden worden sind, will
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