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0216 Southern Tibet : vol.5
南チベット : vol.5
Southern Tibet : vol.5 / 216 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000263
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OCR読み取り結果

Hayden ¹ die erwähnte Abwesenheit der Nummuliten dadurch erklären, dass die tertiäre Sedi-
mentation in diesen Gegenden sich nicht so weit wie in die Nummulitenzelt hinein erstreckte,
und dass folglich die hier anstehenden Tertiärablagerungen den unteren Ranikat, d. h. nur den
älteren Eocän, repräsentieren. Nicht einmal von diesen alteocänen Bildungen habe ich in Süd-
westtibet Spuren wiedergefunden.

Kurz und gut: eocäne marine Sedimente scheinen in Südwesttibet zu fehlen.

Die eocäne Nummulitformation des oberen Industales und von Hundes soll nach wiederholten
Angaben durch »basaltic trap« metamorphosiert worden sein, welcher folglich selber späteocän
oder posteocän sein muss. Die mit diesem Namen bezeichneten Gesteine gehören zur Familie
der ultrabasischen Peridotite und der Diabase und haben, wie schon früher (S. 101) hervor-
gehoben wurde, eine weite Verbreitung. In Ladak bilden sie Intrusionen in tertiären Erguss-
gesteinen, in den tibetanischen Provinzen Tsang und Ü intrusive Gänge in jurassischen und
cretaceischen(?) Sedimenten, im oberen Satledsch- und Brahmaputratal, zwischen Rakas-tal und
Schigatse, zahlreiche Intrusivgänge in den hier anstehenden Jura- und Neocomablagerungen.
Petrographisch wie auch geologisch mit der nachweislich spät- oder posteocänen basischen
Gangformation von Hundes zusammengehörig, dürfen die innerhalb des von Hedin erforschten
Gebietes vorkommenden Peridotite und Diabase nicht nur als postneocome, sondern auch als
spät- oder posteocäne angesehen werden.

Zusammen mit den soeben erwähnten Peridotit-Diabasgängen des Satledsch-Brahmaputra-
tales kommen Gänge von verschiedenen Granitvarietäten vor; sowohl der saure Muscovit-Tur-
malingranit wie der basische Hornblendegranit, sowie auch die dazwischen liegenden Zwei-
glimmergranite und Granitite sind hier vertreten. Dieselben Gänge sowie die mit diesen auf
das innigste zusammengehörigen dioritischen Gänge kommen auch im Transhimalaya und n.
davon vor, hier sogar Aptienkalksteine durchsetzend. Hieraus folgt, dass die granito-dioriti-
schen Gänge von Südwesttibet wenigstens dem Postaptien zuzurechnen sind.

Petrographisch identische Granit-Dioritgänge sind von Hayden, die Juraserie in den Pro-
vinzen Tsang und Ü durchsetzend, entdeckt worden, ja, es kommt Hayden ² sehr wahrschein-
lich vor, dass ebensolche Granitgänge in der Nähe des Lingshi-la die cretaischen und alttertiären
Schichten der Kampaserie beeinflusst haben, wonach die fragliche Eruptivformation nicht älter
als eocän sein könnte.

Ich will indessen nicht unerwähnt lassen, dass nach Hayden ³ der Biotitgranit in Rupshu
von spät- oder posteocänen Gängen der hier oben erwähnten ultrabasischen Serie durchsetzt
wird, woraus folgt, dass der Granit wenigstens etwas älter als diese Serie sein muss.

Aus dem schon Gesagten geht hervor, dass die betreffenden Granite, obwohl ihr Alter sich
noch nicht ganz genau bestimmen lässt, als Gänge hervorbrachen entweder gegen das Ende
der Kreide- oder während der älteren Teile der Tertiärzeit.

Es läge überdies nichts Unwahrscheinliches in einer derartigen Annahme, dass verschiedene
Glieder einer geographisch so weit ausgedehnten Eruptivformation zu verschiedenen Zeiten
emporbrechen könnten.

Allgemein wird es angenommen, dass die Intrusion der Granitgänge des Himalaya ursäch-
lich und zeitlich mit den Erdkrustenbewegungen, durch welche der Himalaya geschaffen wurde,
zusammenfällt. Dieselbe Annahme kann auch ebenso gut betreffs der Intrusion der Trans-
himalayaer Granitgänge begründet werden. Diese Krustenbewegungen brauchen indessen inner-
halb des von denselben beeinflussten weiten Gebietes nicht nur nicht homochron, sondern nicht