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0221 Southern Tibet : vol.5
南チベット : vol.5
Southern Tibet : vol.5 / 221 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000263
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OCR読み取り結果

Allem Anschein nach lag Südwesttibet schon während der jüngeren Kreide- und älteren
Tertiärzeit über dem Meeresniveau, ausgesetzt den verwitternden und erodierenden Kräften,
durch welche schon abgelagerte Bildungen losgerissen und wegtransportiert wurden unter Ent-
blössung der unterliegenden Formationen. Der Gebirgsgrund zeigt deutliche Spuren einer
Piezokontaktmetamorphose, d. h. die Gegend war vielleicht schon in jungcretaceischer, ganz
bestimmt aber noch in eocäner Zeit der Schauplatz durchgreifender Gebirgsfaltungen und einer
lebhaften vulkanischen Tätigkeit. Durch diese jungcretaceischen-eocänen Faltungen wurde die
erste Anlage der Hohenzüge des Transhimalaya und Himalaya geschaffen. Erst gegen das
Ende des pliocänen, vor dem Anfang der pleistocänen Zeit liessen die Faltungen nach. Durch
dieselben wurde ein von Anfang an einheitlicher Gebirgskomplex, was wir jetzt Transhima-
laya und Himalaya nennen, emporgepreßt. Zur gleichen Zeit wurden die Jura-Kreideabla-
gerungen dieses Gebietes von einer Kontaktmetamorphose seitens der dieselben durchsetzenden
Eruptivmassen stark beeinflusst. Der ältere Gebirgsgrund wird von zahllosen Granit-, Diorit-,
Gabbro- und Peridotitgängen durchsetzt. Über denselben hinaus breiteten sich hier und da
Decken von liparitischen, dacitischen, andesitischen und basaltischen Laven sowie von Vulkan-
tuffen. Dieselben Eruptivmassen kamen auch im Himalaya zu derselben Zeit, d. h. während
des Eocäns, zum Vorschein.
Unterdessen schreitet die Verwitterung und Erosion sowie die Ablagerung des Verwitterungs-
materials fort. Auf Kosten besonders der Eruptivmassen bildeten sich Konglomerate, Sand-
steine und Sandschiefer, in diskordanter Lagerung die Jura-Kreideformationen aufruhend. Auch
diese Bildungen haben Gebirgsfaltungen mitgemacht, was beweist, dass solche sich weit über
die Zeit der Vulkantätigkeit, d. h. die Eocänzeit, hinaus erstreckten.
Nur die pliocänen Konglomerate im Brahmaputra- und Satledschtal liegen noch in ur-
sprünglicher Lage, horizontal. Erst während und nach der Pleistocänzeit scheinen demnach
die Gebirgsfaltungen dieser Gegend aufgehört und eine relative Ruhe eingetreten zu sein,
nachdem sie über die ganze Tertiärzeit hindurch fortgedauert hatten.

3. Die Abtrennung des Transhimalaya von dem Himalaya und von dem tibetanischen
Hochlande.

Die Festlandepoche des südlichen Tibet begann vermutlich in postcenomaner und erstreckte
sich bis über pliocäne Zeit hinaus. Die Einwirkung der Atmosphärilien während dieser langen
Epochen muss besonders in den gefalteten Gebirgen des Transhimalaya—Himalaya sehr kräftig
gewesen sein. Tiefe Erosionseinschnitte wurden eingegraben unter Blosslegung älterer Teile
der sedimentären und tieferer Niveaus der eruptiven Formation. So sind hier und da auf den
Höhen des Transhimalaya Gaultkalksteine und glasige bis schlackige Laven von wechselnder
Acidität fest anstehend angetroffen worden; auf den Talböden der quergehenden Erosionstäler
sind nur Neocom- oder Jurasandsteine sowie granitische, dioritische oder noch basischere
Ganggesteine fest anstehend wahrzunehmen.
Besonders scharf markiert sich der Unterschied der Zusammensetzung der Böden, wenn
man den Gebirgsgrund des Transhimalaya mit demjenigen des Brahmaputra- und Satledsch-
tales vergleicht. (Siehe z. B. die Figg. 14, 15, 20, 21 hier oben.) Auf den Höhen des
inneren Transhimalaya, insofern es nicht um tiefere Taleinschnitte handelt, finden wir
nur Ergussgesteine und Vulkantuffe sowie Kreidekalksteine der Jura-Neocomformation auf-
ruhend; im Satledsch-Brahmaputratal sehen wir anstatt Ergussgesteine oder Vulkantuffe nur
tiefere Teile, Gänge, derselben Eruptivformation und anstatt Kreidekalksteine nur Jura-Neocom-