国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0222 |
Southern Tibet : vol.5 |
| 南チベット : vol.5 |
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sedimente. Schuld an dieser Entblössung der unteren, resp. älteren Teile der Eruptiv- und
Sedimentformationen in den Tälern zwischen dem Transhimalaya und Himalaya muss eine
kräftig wirkende Flusserosion sein. Die Talniederungen des Gartok-Indus-, Satledsch- und
Brahmaputratales wären demnach hauptsächlich als Erosionseinschnitte in einem ursprünglich
einheitlichen Gebirgskomplex längs der Längsachse desselben entstanden. Erst infolge der Aus-
grabung dieser Erosionstäler wurde eine nördliche Zone, der jetzige Transhimalaya, von einer
südlichen, dem jetzigen Himalaya, abgetrennt. — Hiermit wird natürlich nicht die Möglichkeit
geleugnet, dass diese Täler der Gebirgsfaltung oder anderen orogenetischen Ursachen ihre
erste Entstehung verdanken, indem durch solche die Wege den fliessenden, ausnagenden Ge-
wässern vorgezeichnet wurden.
Wenn man ohne weiteres annehmen darf, dass diese Erosionstätigkeit sofort nach dem
Emportauchen des cenomanen Meeresbodens anfing, so war das Resultat derselben noch in der
eocänen Zeit relativ unbedeutend. Niemals sind fest anstehende Laven oder subäerische Vul-
kantuffe im Brahmaputra-, Satledsch- oder Gartok-Industal angetroffen worden.¹ Wenn die
erwähnten Täler schon während der Zeit der eocänen Eruptionen ausgegraben gewesen wären,
würden in denselben natürlich Spuren von Ergussgesteinen (Laven) ebensogut oder vielmehr
besser als auf den Höhen des Transhimalaya und Himalaya aufbewahrt worden sein. Die ein-
zigen in den Tälern anzutreffenden Reste der erwähnten Eruptionszeit bestehen aus habituellen
Tiefengesteinen, Graniten, Dioriten, Gabbrodiabasen und Peridotiten oder Pyroxeniten, die als
Gänge in jurassischen oder altcretaceischen Sedimenten sowohl auf der damaligen Oberfläche er-
starrten, und die erst durch eine tief eingreifende Denudation blossgelegt worden sind.
Andererseits sind auch bedeutende Teile der oligocänen Sandsteinformation² von
den erodierenden und transportierenden Atmosphärilien zerstört worden. So stellt z. B. der
Kailas (Fig. 14) nur einen Erosionsrest der einstigen, bedeutenden, jüngtertiären Sandstein-
und Konglomeratformation dar. Hieraus kann gefolgert werden, dass die Ausgrabung der
erwähnten Täler noch in pliocäner Zeit nicht beendigt war.
Ferner. Auf der Strecke vom Rakas-tal bis Schigatse kommen nur vereinzelte Reste der
pleistocänen Formation vor, die in Hundés von bedeutender Verbreitung und Mächtigkeit ist.
Die fluviatile oder lacustrine Formation ist einerseits streng an das Brahmaputratal gebunden,
was beweist, dass dieses Tal schon zur pleistocänen Zeit in den Hauptzügen fertig dalag.
Andererseits beweisen die kümmerlichen, jetzt zerstreuten Reste der, wie gesagt, nach west-
wärts zusammenhängenden und mächtigen Bildung, dass das Erosionsvermögen des Brahma-
putra auch nach den pleistocänen Zeiten fortdauerte.
Dieser, auf jetzt bekannten geologischen Tatsachen ruhenden Darlegung nach sind die
Talniederungen, die den jetzigen Transhimalaya vom Himalaya trennen, als Erosionstäler an-
zusehen. Da eine ganz andere Meinung über die Natur derselben Täler von Dr. FELIX Os-
WALD ³ ausgesprochen worden ist, will ich hier auf die Darstellung des erwähnten Verfassers
näher eingehen.
Ein Blick auf die Karte Dr. HEDIN's über den Transhimalaya lehrt, dass der genannte
Gebirgskomplex sich aus mehreren unter sich subparallelen Rücken zusammensetzt, und dass
das Brahmaputratal dieselben unter schiefen Winkeln abschneidet. Ähnlich verhält sich auch
der armenische Taurus, dessen in SW.—NO. streichende Gebirgsketten sowohl auf der Nord-
wie auf der Südseite durch n.w.—s.ö. Verwerfungen abgeschnitten sind. Hiernach stellt der
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