National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books

> > > >
Color New!IIIF Color HighRes Gray HighRes PDF   Japanese English
0223 Southern Tibet : vol.5
Southern Tibet : vol.5 / Page 223 (Color Image)

New!Citation Information

doi: 10.20676/00000263
Citation Format: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR Text

armenische Taurus einen »uptilted block« von älteren metamorphischen Gesteinen dar, einen
Horst, der sich aus subparallelen Falten zusammensetzt. Aus dieser scheinbaren Homologie
zwischen dem Transhimalaya und dem armenischen Taurus schliesst OSWALD, dass auch der
Transhimalaya ein »uptilted block«, ein altes Faltungsgebiet sei, das am Nord- wie am Süd-
rand von ö.—w. Verwerfungslinien begrenzt ist. Das Brahmaputra- und Gartok-Industal wird
folglich als eine Grabenversenkung gedeutet. ¹ »As a corollary to the explanation which I offer
of the Transhimalayan system, it follows that the natural continuation of the parallel fault-
ranges of the block lies now sunk beneath the Brahmaputra valley, at the base of the great fault-
scarp, to which the river flows in parallel alignment. Accordingly this valley must be of the
nature of a rift-valley or sunken trench, especially since the opposite (southern) wall of the
valley lies parallel to the northern wall, and in like manner possesses an average height of
23,000 feet. This deduction again receives some substantiation even from the scanty geo-
logical data which (until Dr. SVEN HEDIN's scientific results are published . . .) we at present
possess concerning the Upper Brahmaputra valley and its continuation westwards in the Nari-
Khorsum or upper Sutlej valley (Hundés). The sacred lakes Mauasarovar and Rakastal lie
centrally in a glacial through in this WNW.—ESE. rift-valley, which occupies the site of a
relativ depression between uptilted mountain blocks. It is filled not only by quite recent hori-
zontal alluvial deposits (with bones of rhinoceros, etc.) but also by volcanic rocks, which must
have risen upp in the form of molten lava from wents along the fractures bordering the rift-
valley, exactly as in similar cases of such valleys in Syria, Armenia, East Africa and other
parts of the world. Immediately on either side of this longitudinal depression or groove,
however, we find only much older rocks — viz. Jurassic schists, granites, porphyries, etc.«

Zu dieser Darlegung will ich Folgendes bemerken. Es ist nicht mit den geologischen
Tatsachen übereinstimmend, dass das Brahmaputratal von horizontal liegenden pleistocänen
Ablagerungen und von Laven ausgefüllt ist. Im Gegenteil, die pleistocänen Konglomerate und
Sandsteine spielen hier eine äusserst untergeordnete Rolle, und Laven kommen hier über-
haupt nicht vor. Es ist ebensowenig wahr, dass der Transhimalaya nur aus jurassischen Schie-
fern sowie aus alten Graniten und Porphyrgesteinen besteht; im Gegenteil, die Hauptsedimente
des Transhimalaya bestehen aus Neocomsandsteinen, jurassischen Schiefern aufruhend, Gault—
Cenomankalksteinen und posteoçänen Sandsteinen, seine Eruptivgesteine aus eoçänen Laven
und Tuffen sowie, in den Erosionseinschnitten, eoçänen Graniten. Also im Brahmaputratal
nicht jüngere, sondern ältere Sedimentärformationen als im Transhimalaya; im Brahmaputratal
keine Ergussgesteine, sondern nur untere Niveaus der eoçänen Eruptivformation, deren ober-
flächliche Teile auf dem Transhimalaya anstehend anzutreffen sind. Die geologischen Befunde
können demnach nicht als Stütze der Ansicht OSWALD's angeführt werden, dass das Brahma-
putratal eine Grabenversenkung darstellen sollte, gerade umgekehrt, sie beweisen, dass das er-
wähnte Tal in seiner jetzigen Gestaltung ein Erosionstal darstellt.

Ob der Nordrand des Transhimalaya, wie es OSWALD ² behauptet, eine Verwerfungslinie
darstellt, ist auf Grund des vorhandenen Beobachtungsmaterials unmöglich mit Bestimmtheit
zu bejahen oder zu leugnen. Es ist natürlich sehr leicht möglich, dass gewisse Faltungszonen
in Quetschzonen mit vertikaler Verschiebung übergegangen sein können. Solche Brüche, wenn
sie sich hier nachweisen lassen sollten, brauchen jedoch nicht allzu bedeutend, weder der
Sprunghöhe noch der Ausdehnung nach, gewesen zu sein. So viel steht allerdings fest, dass
das relativ ebene Seenfeld nördlich des eigentlichen Transhimalaya im grossen und ganzen