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0036 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 36 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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der Huang-ho nach seinem angeblichen unterirdischen Lauf hervordringt, nach seiner wirk-
lichen Quelle in Osttibet verlegt.
Wenn wir nunmehr zum P'u-ch'ang-Meer übergehen, d. h. der Stelle, wo der Ho
nach chinesischer Ansicht unter dem Boden versinken soll, so sind hierüber keine weiteren
Erörterungen notwendig; denn, wie ich früher nachweisen konnte¹, dehnte sich dieser jetzt
ausgetrocknete Salzsee nahezu in der Form eines Dreiecks östlich von der alten Stadt
Lou-lan aus, was neuerdings M. A. STEIN durch Forschungen an Ort und Stelle bestätigen
konnte²; heute sind die Spuren dieses ehemaligen Seebeckens deutlich erkennbar.
Sodann den alten Tarimlauf hinaufgehend, kommen wir, wie besonders SVEN HEDIN
feststellen konnte³, zum Kuruk-darya, zu einer kurzen Strecke des Inchke-darya und zum
Ugen-darya, einem nördlichen Arm des Tarim. Das sind bereits die unteren Strecken des
im Shui-ching beschriebenen Nordflusses. Weiter hinauf hat, was besonders zu betonen
wäre, nicht der Kashgar-darya, sondern der Yarkand-darya als Nordfluß zu gelten; denn
den Kashgar-darya erwähnt das Shui-ching als besonderen Nebenfluß unter dem Namen
Su-lo-Fluß, und merkwürdigerweise bezeichnet es nicht den am Tong-burun-Paß ent-
springenden Kizil-su als seinen Quellfluß, sondern den vom Nordgebirge kommenden
Tushiktash-darya. Anderseits führen uns die Angaben über die beiden Flußarme des
Nordflusses zu den ausgedehnten Verzweigungen des Yarkand-darya.
Soweit lassen sich die Angaben des Shui-ching sehr gut auf die wirklichen Verhältnisse
übertragen. Wo liegt aber die Stelle, wo sich Nord- und Südfluß durch Gabelung des
Quellflusses gebildet haben sollen? An die Verzweigung dicht oberhalb der Stadt Yarkand
darf wohl nicht gedacht werden, da sie, wie eben bemerkt, als besondere Verzweigung
des Nordflusses hervorgehoben ist. Anderseits kennen wir keine Gabelung an seinem
Quellauf oder einem seiner Nebenflüsse, zumal eine solche Erscheinung im Gebirgsland
äußerst selten ist. Um für die seltsame Angabe des Shui-ching eine Erklärung zu finden,
haben wir erst noch den Lauf des Südflusses zu verfolgen. Dieser hat seine Mündung nicht
in dem P'u-ch'ang-Meer, sondern in einem anderen, mehr südwestlich gelegenen Sumpf,
der keinen besonderen Namen hat, aber als gleichzeitiges Sammelbecken des Cherchen-darya
seiner Lage nach ziemlich genau bestimmt werden kann, nämlich nur etwa 40 km nördlich
vom heutigen Lop-nor. Was den Verlauf des Südflusses betrifft, so ist es nach Sven Hedins
wiederholten Forschungen in der Wüste Takla-makan sehr unwahrscheinlich, daß in der
ganzen Länge der Tarim-Ebene südlich von dem vorhin bezeichneten Flußlauf ein besonderer
Wasserlauf existiert hat. Nur für gewisse Strecken gibt es südliche Abzweigungen, zuletzt
bei Karaul, wo der frühere Nebenarm heute zum Hauptarm geworden ist. Das ist wohl
auch nur der Teil des alten Südflusses, der wirklich existiert hat.
Jedenfalls dürfen wir die Stelle, wo der Yü-t'ien-Fluß in den Südfluß einmünden
soll, in Wirklichkeit wohl nur dort ansetzen, wo heute der Khotan-darya in den Tarim
fällt. Der Ursprung des Khotan-darya gilt als die zweite Hauptquelle des Ho; soweit
folgt also das Shui-ching den Han-Annalen. Neu aber ist, daß das Quellgebirge den
besonderen Namen Chiu-mo-chih-tzü-chih führen soll, während der K'un-lun hier gänzlich
unerwähnt bleibt.
Während es tatsächlich beim Einfluß des Khotan-darya keinen besonderen Südarm des
Tarim gibt, verlängert das Shui-ching den Südfluß noch weiter über Yarkand hinaus; sogar