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0129 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 129 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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mit den aus den neuen Entdeckungen gewonnenen Angaben in seltsamster Weise ver-
mischen sollte.¹

f) Bedeutung für die geographische Forschung. So wird denn die älteste
Kartographie Chinas den Ausgangspunkt unserer Betrachtung bilden; ihr wird sich organisch
die Kartographie der Westländer anschließen, deren Geschichte an der Hand der wichtigsten
Karten bis zur Gegenwart weiter verfolgt wird. Diese ganze Entwicklung, in der Aufstieg
und Verfall wiederholt miteinander wechseln, bildet ein lehrreiches Gegenstück zu unserer
europäischen Kartographie, von der uns verschiedene Perioden besonders durch A. E. Norden-
skiöld², K. Kretschmer³, Graf Paul Teleki⁴ und in diesem Werke durch Sven Hedin⁵ so
vortrefflich beleuchtet sind.

Zugleich ist beabsichtigt, umfassendes Material zur historischen Geographie von China
und Zentralasien zu liefern. Denn seit den epochemachenden Arbeiten von Julius Klap-
roth⁶ und Ferdinand von Richthofen⁷ ist auf diesem Gebiete nur wenig geleistet worden.⁸
Kleine Beiträge zu einem etwaigen künftigen historischen Atlas von Asien bringt dieser
Band, nämlich vier Kärtchen über den Ts'ung-ling (Pl. I, II) und zwei über die nordwestlichen
Grenzgebiete Chinas am Ende der Shang- und am Anfange der Chou-Dynastie (Pl. IV).

Schließlich dürften unsere Betrachtungen auch für die gegenwärtige Geographie nicht
ohne Gewinn sein. Namentlich die letzte chinesische Reichskarte vom Jahre 1899 enthält
so vielerlei Material an sonst unbekannten Berg-, Fluß- und Ortsnamen, an genauen An-
gaben der Provinz-, Präfektur- und Kreisgrenzen, daß sie eine moderne Karte Innerasiens
in mancher Hinsicht bereichern kann. In diesem Zusammenhang sei auch auf zwei moderne
osttürkische Manuskriptkarten verwiesen, welche das Reich des Wang von Turfan-Lukčun
und die Oase Kuča darstellen; sie sind als Anhang mit begleitendem Text beigefügt.