国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
|
|
カラー画像サムネイル -
目次 -
ページ番号 -
書誌情報(メタデータ) -
キャプション -
カラー画像 -
白黒高解像度画像 -
見開きページ -
グラフィック -
| 0136 |
Southern Tibet : vol.8 |
| 南チベット : vol.8 |
引用情報
OCR読み取り結果
Noch charakteristischer ist das Zeichen für *Provinz*; es bedeutet ein Gebiet, das von Flüssen durchflossen und zweiseitig begrenzt ist. Vielleicht ist dies ein Hinweis darauf, daß die ältesten Provinzen meist kleine Bezirke in der Huang-ho-Ebene waren, wo nicht Berge, sondern Flüsse mit ihren Verzweigungen als Grenzen dienten. Unsicher bleibt, was das Urbild für *Zeichnung* zu bedeuten hat. Es ist wohl nicht ausgeschlossen, daß dahinter eine ganz schematische Wiedergabe des chinesischen Erdbildes verborgen ist. Wir dürfen aber dabei niemals vergessen, daß *t'u* 圖 eine Zeichnung oder Abbildung jeder Art in sich schließt und sich nur dann auf den Begriff Landkarte beschränkt, wenn direkt oder aus dem Zusammenhang hervorgeht, daß es sich um die Darstellung eines Teils der Erdoberfläche handelt.
**c) Hinweise auf eine uralte Flusskarte.** Nicht nur die Erfordernisse des praktischen Lebens scheinen schon sehr früh zur Zeichnung von Landkarten oder Diagrammen angeregt zu haben, sondern oft sind es auch religiöse Motive gewesen, die besonders in der Verehrung des Gottes des *Gelben Flusses* ihren Ursprung haben.
Im Jahre 1055 n. Chr. wurden im Bette des *Huang-ho* zwei merkwürdige Siegel (*kui* 圭) aufgefunden. Sie sind abgebildet und erläutert im *Ku-yü-t'u-pu*, d. h. Mitteilungen von alten Jade-Zeichnungen (Buch I, S. 2a).¹ Diese heiligen Siegel enthalten auf der Vorderseite das schematische Bild zweier Ströme, auf der Rückseite werden sie durch eine Inschrift vermutlich aus der Periode K'ai-yüan (713—742 n. Chr.) als die „dunklen *kui* des Königs Yü zur Regulierung der Wasser" bezeichnet. Sie spielen also auf die vielbесungenen Entwässerungsarbeiten des ersten Herrschers der *Hsia-Dynastie* an. CONRADY fügt die wichtige Bemerkung hinzu:
Wenn sie natürlich auch nicht aus dieser Sagenzeit stammen, so zeigt doch ihre feierliche Verwendung zum Opfer an den Strom wie namentlich ihrer Vorderseite wohl, daß sie uralt oder doch einer uralten Vorlage nachgebildet waren; und da sich nun dies Ornament m. E. am ungezwungensten als eine Land- oder vielmehr *Flußkarte*, als die Abbildung eines *Stromnetzes* deuten läßt, so könnte sie in der Tat einen solchen Auftrag zur Stromregulierung oder einen Bericht darüber symbolisch darstellen.
Wie alt die Sitte war, die Gottheit des *Gelben Flusses* unter dem Symbol eines solchen Diagramms anzubeten, scheint auch aus zwei Angaben des hohen Altertums hervorzugehen. Die eine versetzt uns in den Anfang der *Chou-Dynastie*. Als ihr zweiter König Čʻʻeng im Jahre 1067 v. Chr. unter feierlichstem Zeremoniell beigesetzt wurde, da gehörte zu den kostbarsten Prunkstücken eine Zeichnung des (Huang-) *Ho* 河 圖²; es ist anzunehmen, daß sie ein uralter Besitz der Könige gewesen ist. Und wenn wir dann noch weitere 850 Jahre hinaufgehen, so lesen wir in der Reichschronik über Mang aus dem Hause *Hsia*, daß er gleich nach seiner Thronbesteigung mit dem dunklen Siegel (*kui*) den Gott des (Huang-) *Ho* begrüßt habe.³
Wenn wir hiermit die obigen Angaben über das 1055 n. Chr. aufgefundene Siegel vergleichen, so dürfen wir vermuten, daß das Siegel des Herrschers Mang ebenfalls eine Art *Flußkarte* war, die bei der Begrüßung des Flußgottes in den Fluten versenkt wurde. Überhaupt entspricht es ganz dem chinesischen Charakter, daß vor allem religiöse Motive zur Herstellung solcher Flußkarten angeregt haben; war doch das Wohl und Wehe des Volkes ganz und gar von den Launen ihres Flußgottes abhängig.
1
.
.
.
.
|
.
.
.
.
17
.
.
.
.
|
.
.
.
.
28
.
.
.
.
|
.
.
.
.
38
.
.
.
.
|
.
.
.
.
48
.
.
.
.
|
.
.
.
.
59
.
.
.
.
|
.
.
.
.
69
.
.
.
.
|
.
.
.
.
80
.
.
.
.
|
.
.
.
.
91
.
.
.
.
|
.
.
.
.
101
.
.
.
.
|
.
.
.
.
111
.
.
.
.
|
.
.
.
.
122
.
.
.
.
|
.
.
.
.
132
.
134
135
136
137
138
.
.
.
142
.
.
.
.
|
.
.
.
.
152
.
.
.
.
|
.
.
.
.
162
.
.
.
.
|
.
.
.
.
173
.
.
.
.
|
.
.
.
.
183
.
.
.
.
|
.
.
.
.
193
.
.
.
.
|
.
.
.
.
203
.
.
.
.
|
.
.
.
.
213
.
.
.
.
|
.
.
.
.
223
.
.
.
.
|
.
.
.
.
233
.
.
.
.
|
.
.
.
.
243
.
.
.
.
|
.
.
.
.
254
.
.
.
.
|
.
.
.
.
264
.
.
.
.
|
.
.
.
.
275
.
.
.
.
|
.
.
.
.
287
.
.
.
.
|
.
.
.
.
298
.
.
.
.
|
.
.
.
.
308
.
.
.
.
|
.
.
.
.
319
.
.
.
.
|
.
.
.
.
331
.
.
.
.
|
.
.
.
.
346
.
.
.
.
|
.
.
.
.
357
.
.
.
.
|
.
.
.
.
368
.
.
.
.
|
.
.
.
.
378
.
.
.
.
|
.
.
.
.
388
.
.
.
.
|
.
.
.
.
398
.
.
.
.
|
.
.
.
.
408
.
.
.
.
|
.
.
.
.
418
.
.
.
.
|
.
.
.
.
428
.
.
.
.
|
.
.
.
.
438
.
.
.
.
|
.
.
.
.
451
.
.
.
.
|
.
.
.
.
469
.
.
.
.
|
.
.
.
.
485
.
.
.
.
|
.
.
.
.
496
.
.
.
.
|
.
.
.
.
508
.
.
.
.
|
.
.
.
.
519
.
.
.
.
|
.
.
.
.
530
.
.
.
.
|
.
.
.
.
545
.
.
.
.
|
.
.
.
.
555
.
.
.
.
|
.
.
.
.
565
.
.
.
.
|
.
582
Copyright (C) 2003-2026
National Institute of Informatics(国立情報学研究所)
and
The Toyo Bunko(東洋文庫). All Rights Reserved.
本ウェブサイトに掲載するデジタル文化資源の無断転載は固くお断りいたします。