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| 0137 |
Southern Tibet : vol.8 |
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3. RÄUMLICHE ENTWICKELUNG DES ÄLTESTEN CHINAS UND IHRE
BEDEUTUNG FÜR DIE KARTOGRAPHIE.
a) Zeitalter der Hsia-Dynastie. Welche Ausdehnung hatte in ältester Zeit der
darzustellende chinesische Staat? Um zu dieser Gundfrage Stellung nehmen zu können,
wollen wir vorerst die herkömmliche Auslegung des Yü-kung gänzlich ausschalten, wonach
das Reich zu Beginn der Hsia-Dynastie (um 2190 v. Chr.) im Westen bis nach Tibet und
Ostturkistan gereicht und sonst etwa dem heutigen Nord- und Mittelchina entsprochen
haben soll. Vielmehr wollen wir von der allgemeinen Tatsache ausgehen, daß sich China
wie jeder andere Großstaat aus kleinen Anfängen entwickelt hat, indem er nach und nach
benachbarte Kleinstaaten sich untertan machte.
Hierüber geben uns bestimmte Aufschlüsse uralte Aufzeichnungen, deren Wert
man bisher meist unterschätzt hat; sie sind uns erhalten durch die Bambus-Annalen¹,
jene vorhin erwähnte Reichschronik, deren geographische Angaben uns an anderer Stelle
noch näher beschäftigen werden. Dort können wir zwischen den Zeilen lesen, wie über-
raschend klein zu Anfang das Reich der Hsia-Dynastie gewesen sein muß, indem es
von anderen, nicht weniger bedeutenden Fürstentümern umgeben war.² Ihr Begründer
Yü, dessen Name mit der Regulierung des Huang-ho für immer verknüpft ist, beherrschte
fast nur die Gegenden vom Einfluß des Wei bis zum Austritt des Stromes in die Große
Ebene, so daß die Grenzen kaum über den nördlichen Teil der heutigen Provinz Honan
hinausreichten.³ Wie es scheint, lag der Schwerpunkt des Reiches damals am Lo-ho
östlich vom heutigen Ho-nan-fu¹
Yüs Sohn Ch'i dehnte die Herrschaft westlich übers untere Wei-Tal aus, indem er
dort bei Hsi-an den Staat Hu unterwarf. Von da an begannen die ständigen Kämpfe der
Chinesen und Westbarbaren um den Besitz dieses fruchtbaren Flußtales, das den Schlüssel
bildete zu der Eingangspforte nach Zentralasien. Seitdem aber die fünfte Herrscher,
namens Hsiani die Residenz östlich in die Ebene von Kuei-tê verlegt hatte, war das Augen-
merk mehr auf den Südosten des Reiches gerichtet, indem man hier die Grenzen bis zum
Flusse Huai vorschob. Bald darauf unternahm Ch'u sogar einen Vorstoß bis zum „Ost-
meer". Unter Pu-chiang wurde das Tal des Fen-ho eingegliedert; damit faßte man festen
Fuß im südwestlichen Schansi. Im Süden erreichte erst der letzte dieser Fürsten den
Yangtsi, wo er etwa im östlichen Hupêi den Staat Ching tributpflichtig machte.
b) Zeitalter der Shang-Dynastie. Als T'ang, der Begründer der Shang- oder
Yin-Dynastie, als erster König (Wang 王) seine Proklamation an die Fürsten erließ (um
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