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0153 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 153 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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die zerstörende Kraft des Wassers dem Auge so sichtbar wird, mag die antike Bezeichnung
*Chi-shih*, d. h. *aufgeschichtete Steine*, veranlaßt haben. Mit der Verlegung des *Chi-shih*
stehen und fallen auch alle andern Ansätze längs der alten Westgrenze. Wenn wir uns
aber von der traditionellen Auffassung freimachen und aus der Vorlage des Yü-kung den
ganzen *Ober-* und *Mittellauf* des *Huang-ho* bis zum *Meng-men* gänzlich ausscheiden, dann
werden wir sehen, daß sich auch die andern Angaben viel besser in das wirkliche Karten-
bild einfügen. Doch werden wir jedesmal von ihren bisherigen Identifizierungen ausgehen,
um von vornherein ihre Unhaltbarkeit nachzuweisen.

**b) Das Weichwasser.** Am ehesten ließe sich noch die Ansetzung des *Weichwassers*
(Jo-shui) rechtfertigen; denn der damit identifizierte *Hei-ho*, der Edsin-gol der Mongolen,
entspricht an und für sich ungefähr der Angabe im Yü-kung. Er fließt nach Nordwesten,
wobei er übrigens viel Wasser an die Stadt *Kan-chou* abgibt, und tritt dann nördlich in
die *Kleine Gobi*, d. h. in den *Fließenden Sand*, hinaus.

Aber diesem Ansatz ist schon entgegenzuhalten, daß genau dieselben Bedingungen
zwei andere Flüsse erfüllen, die dem Oberlauf des Huang-ho viel näher liegen, nämlich der
Fluß von *Liang-chou* und der von *Yung-chong*. Doch auch hiervon kann jetzt nicht mehr
die Rede sein, wenn wir uns an unser Ergebnis halten, wonach die Vorlage des Yü-kung
den Gelben Fluß erst von *Meng-men* an beschreibt. Wir haben oben gesehen, daß nach
dem ganzen Zusammenhange, in dem der *Jo-shui* aufgezählt wird, am ehesten der *Ch'ing-
shui-ho*, auch *Ku-shui* oder *Tien-shui* genannt, in Betracht kommt, der unweit des *Ching-ho*
entspringt und nordwärts oberhalb der Stadt *Ning-hsia* in den *Huang-ho* fließt. Man könnte
einwenden, daß das Yü-kung von einer westlichen Flußrichtung spricht; aber ein solcher
Fluß ist im weiten Umkreise überhaupt nicht vorhanden. Wir befinden uns hier bereits
außerhalb der Grenze der sicheren Kenntnis, die sonst die alte Reichsgeographie so aus-
zeichnet. Aus derselben Unsicherheit ist es auch zu erklären, daß es dem Verfasser an-
scheinend ganz unbekannt geblieben ist, daß der *Jo-shui* nur der Nebenfluß eines größeren
Flusses ist, der nach einem großen Bogenlauf schließlich bei *Chi-shih* als *Ho* in die chinesische
Provinz eintritt. Der besondere Zusatz des Urtextes, der *Jo-shui* fließe nach *Ho-li*, während
das überschüssige Wasser in den *Fließenden Sand* hinaustrête, ist sicherlich dahin zu deuten,
daß in *Ho-li*¹ das meiste Wasser durch Berieselung verbraucht wird. Diese letztere Be-
dingung erfüllt am besten das weite Oasenland von *Ning-hsia*, aus dem der in seiner Wasser-
menge stark verminderte *Huang-ho* in die Ordos-Wüste vordringt.

**c) Der Fließende Sand.** Die Verlegung von *Ho-li* nach *Ning-hsia* zeigt uns zu-
gleich, was wir ursprünglich unter *Liu-sha*, dem Fließenden Sand, zu verstehen haben.
Daß wir hierbei nicht sogleich an die eigentliche Wüste *Gobi* zu denken brauchen — noch
heute geben ihr die Chinesen jenen uralten Namen —, ist ohne weiteres ersichtlich, wenn
wir uns von dem Yü-kung in das nördliche Grenzland der Provinz *Yung* hinausführen lassen.
Hier, in dem öden Steppenlande der *Ordos*, folgt auf den Löß bereits der Wüstensand, der
sich ebenso wie in der Gobi zu hohen Wanderdünen anhäuft. Von dieser traurigen Einöde
mit seinen verheerenden Sandstürmen wissen uns besonders europäische Reisende wie Huc