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0156 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 156 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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Die Kommentatoren haben den Namen »Drei-Wei« in ganz willkürlicher Weise als drei Berggipfel aufgefaßt und mit dem Nordstück des *Hei-shui* weithin nach *Tun-huang* hinaus-gesetzt, wo sich ihnen drei jäh aufsteigende Berge bereitstellten.¹ Vor solchen wilden Identifizierungen sind wir jetzt bewahrt, wo wir nach dem Yü-kung *San-wei* als eine junge Kolonie in den waldreichen Bergen des äußersten Südens von *Kansu* festgestellt haben.

Zugleich werden uns die angeblichen Beziehungen der *San-miao* zu dieser Kolonie *San-wei* klargestellt. Es ist uns aus einem andern Teil des Shu-ching², den »Verordnungen« des Mythenkaisers Shun, bekannt, daß der aufsässige Fürst von *San-miao* nach *San-wei* verbannt worden sei; da sein Volk auch fernerhin sich ungefügig zeigte, habe Shun seinen Minister Yü beauftragt, es zur Ruhe zu bringen.³ Sonst wird uns erst aus dem Konfuzia-nischen Zeitalter⁴ wieder das Volk der *San-miao* bezeugt, wonach es seine Wohnsitze südlich vom Yangtse zwischen dem *Tung-t'ing-See* und dem *Po-yang-See* hatte. Vergleichen wir damit, daß im Yü-kung neben der Reichsgeographie ungemeih Legenden über den Minister Yü verarbeitet sind, so ist es klar, daß erst der Herausgeber Konfuzius den Namen *San-miao* zu *San-wei* in Beziehung gebracht haben kann; es mag ihm nach der Landes-beschreibung dieser unbekannte Grenzdistrikt als der gegebene Ort erschienen sein, wo in Yüs Zeiten der Fürst der *San-miao* seine Verbannung zubringen könnte. In Wirklichkeit wäre wohl niemals ein Herrscher auf den törichten Einfall gekommen, einen aufsässigen Vasall gerade an die oft schwer bedrohte Westgrenze zu schicken; denn hier wäre es dem Verbannten ein leichtes gewesen, sich mit den feindlichen Grenzstämmen zu verbinden und dadurch seinem Lehnsherrn noch mehr zu schaden. Auch diese Erwägung gibt uns das Recht, den Satz über *San-miao* als spätere Interpolation seitens des Konfuzius zu streichen.⁵

g) Die Berge Po-ch'ung, Ching, Nei-fang, Ta-pieh. Vom *Hei-shui* an, dem heutigen Chia-ling-chiang, folgen, wie wir aus dem Yü-kung schließen konnten, nach Osten zu die Berge *Po-ch'ung* und *Ching*, *Nei-fang* und *Ta-pieh*. Über die beiden ersten Berge sind hier keine weiteren Erörterungen notwendig, da man sie wegen ihrer Lage zum *Han*-Flusse richtig an seiner Quelle oder rechts von ihm festgestellt hat.⁶ Dagegen scheint man die Berge Nei-fang und Ta-pieh sicherlich zu nahe an seiner Mündung in den *Yangtse* gesucht zu haben⁷; nach dem Urtext müssen sie vor seiner südlichen Umwendung liegen, also offenbar noch oberhalb der heutigen Stadt *Hsiang-yang*. Eine genauere Bestimmung ist aber aus der Karte nicht zu gewinnen, da es sich nur um markante Erhebungen in dem Gewirr der stark abgetragenen Bergketten handeln kann. Ganz unbemerkt es es infolge ihrer falschen Voraussetzungen den Kommentatoren geblieben, daß diese vier Berge weitere Punkte der ehemaligen westlichen Reichsgrenze bezeichnet haben müssen.