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0166 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 166 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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dieses mächtigen Steppenvolkes bis über die Chou-Zeit zurückverfolgt, indem sie die alten
Berichte über die Kun zugrunde legen. Das sind, wie nicht nachdrücklich genug betont
werden kann, gelehrte Konstruktionen; denn das erste glaubwürdige Zeugnis stammt erst
aus dem Jahre 1080 v. Chr., wo das Chou-shu die Hsiung von den Ch'uan-Jung (Kun)
streng unterscheidet. Dann schweigt die Überlieferung über 700 Jahre lang, um erst vom
Jahre 318 an das letztere Volk unter seinem volleren Namen Hsiung-nu aufzuführen;
von jetzt ab treten die ältesten Vorfahren der Hunnen ganz in den Gesichtskreis der
Chinesen; zugleich geht aus den Quellen hervor, daß ihre Stammsitze nicht im Ordosland,
auch nicht in Schansi, sondern in der eigentlichen Mongolei waren, wo das größte Heer-
lager ihres Oberhäuptlings in der Gegend der späteren Mongolenresidenz Karakorum lag.

d) Ihre Kämpfe mit den Chinesen. Die Anfänge der Grossen Mauer. Bringen
wir alle Berichte, die wir lediglich auf die Kun-(lun) beziehen dürfen, in organische Ver-
bindung, so stellt sich heraus, daß die Chinesen wohl mit keinem anderen Feind so lange
und schwere Kämpfe zu bestehen hatten wie gerade mit diesem Steppenvolk des Ordos-
landes. Es war ein mehr als tausendjähriger Kampf um den Besitz des fruchtbaren Wei-
Tales, ein Kampf zwischen dem friedlichen Ackerbau und dem räuberischen Nomaden-
tum, bis endlich die Kultur die Oberhand behielt (Pl. IV).
Wenn wir den Berichten aus der entlegenen Zeit der Hsia-Dynastie Glauben schenken
dürfen, so galten die Kun bereits unter dem Fürsten Hsieh (um 1850 v. Chr.?) als unter-
worfen; als aber der letzte aus dem Hause Hsia eben den Thron bestiegen hatte, bedrängten
sie die Bewohner des Wei-Tals, indem sie bis zum Berge Ch'i¹ vorbrachen. Unter der
Shang-Dynastie traten sie anscheinend in freundschaftliche Beziehungen zu den ersten Vor-
fahren aus dem Hause Chou, die sich weiter nördlich in Pin festgesetzt hatten, um sich
hier ganz den barbarischen Sitten und Bräuchen anzupassen.² Aber etwa im Jahre 1218
trat die entscheidende Wendung ein; damals zwangen sie den »alten Herzog«, den eigent-
lichen Stammvater der Chou, seinen Sitz südwärts ins Wei-Tal an den Berg Ch'i zu ver-
legen. Erst unter dessen Enkel Ch'ang, dem »Lehnsfürsten im Westen« (1173—1122 v. Chr.),
den so viele Lieder unter dem posthumen Namen Wen-wang verherrlichen, wurden sie wieder
zurückgedrängt; denn im Jahre 1109 wurden sie von dem Heerführer Nan-chung besiegt,
und besonders bedeutungsvoll war, daß dieser gegen sie das sogenannte Nordland befestigte.
Damit lernen wir wohl den ältesten Teil der Grossen Mauer kennen, der schließlich
den gesamten Norden Chinas gegen die Barbaren der Steppe schützen sollte. Es scheint
fast, als wenn der Grenzwall des Nan-chung in seinem Verlauf noch heute wiederzuerkennen
sei. Heute macht die Große Mauer am Südrande der Ordossteppe eine ganz unvermittelte
Wendung. Sie geht von Ning-hsia erst genau südöstlich bis etwa An-pien; hier biegt sie
in rechtem Winkel nach Nordosten um, so daß sie erst in dieser Richtung den Huang-ho
an der Grenze von Schansi erreicht. Denken wir uns aber den südöstlichen Zug der Mauer
bis zum Huang-ho fortgesetzt, so gelangen wir genau zur Katarakt Meng-men, dem
alten Chi-shih, wo das Yü-kung den Huang-ho in China eintreten läßt. Wenn wir dann
unser Ergebnis aus dem Yü-kung verwerten, das im Nordwesten die Grenze bis nach Ning-
hsia, etwa dem alten Ho-li, gereicht haben dürfte, so liegt es allzu nahe, anzunehmen, daß
seit Nan-chung gerade die Linie von Ho-li bis Chi-shih durch einen Grenzwall oder durch
sonstige Befestigungslinien bezeichnet war, indem sie der heutigen Strecke von Ning-hsia bis