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0168 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 168 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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seine Krieger um sich sammelte, um sie gegen die pflichtvergessenen Astronomen und
deren Gefolge zu führen; er sagt nämlich:
Das Feuer auf dem Gipfel des K'un verschlingt in gleicher Weise Edelsteine und gewöhnliche Steine.
Aber in der Beschreibung des späteren Berges K'un-lun findet sich nichts, was an
diesen merkwürdigen Vulkan erinnern könnte.
Außerdem ist noch nicht beachtet worden, daß der Name bei seiner Begriffsverände-
rung nicht sogleich zu einem Berg (shan 山), sondern erst zu einer Erhebung (ch'iu 丘,
hsü 墟) wurde.
Wenn uns der Text des Yü-kung hierfür keine Erklärung bietet, dann dürfen wir
sie wahrscheinlich in der entsprechenden Karte suchen, vorausgesetzt, daß die Karte der
Provinz Yung an der Nordgrenze den Volksnamen Kun-lun und dicht daneben das Chi-shih
als Anfangsstelle des Huang-ho gebracht hat. Wenn nämlich der Leser einer solchen
Karte vergleicht, daß alle anderen Flüsse aus Gebirgen kommen, muß er da nicht erwarten,
daß auch die Quelle des Ho, des bedeutendsten Flusses Chinas, in einem Berg oder
mindestens einem Hügel liegen müsse? Da ihm das Chi-shih, »aufgehäufte Steine«, noch
keine Erhebung bedeuten kann, so sieht er sich genötigt, diesen Begriff auf den daneben
stehenden Namen Kun-lun zu übertragen, zumal er nicht wissen kann, daß hier in
Wirklichkeit ein alter Völkername vorliegt. Sobald ein solcher Lesefehler in eine neue
Karte oder einen neuen Text aufgenommen wurde, dann war er nicht so leicht wieder
auszumerzen.

8. ALTER UND HERKUNFT DER KARTE.

a) Allgemeines. Die Betrachtungen über die beiden Westprovinzen und ihre West-
grenze haben uns schon in so viele Einzelheiten der Kartenvorlage geführt, daß es uns
möglich wird, auf ihr Alter und ihre Herkunft bestimmte Rückschlüsse zu ziehen. Wir
haben bereits gesehen, daß diese alte Reichsgeographie mit den Sagen über die Arbeiten
des großen Yü an und für sich nichts zu tun hat, sondern hiermit erst nachträglich von
dem Verfasser des Yü-kung in Verbindung gebracht ist. Vielmehr reicht sie tief in die
historische Zeit hinein; das beweisen uns auf den ersten Blick die Verwendung der zahl-
reichen phonetischen Schriftzeichen neben den ideographischen, aus denen sich dieselben
erst entwickelt haben.
Man könnte daher geneigt sein, das Werk bis ins Zeitalter der Chou-Dynastie zu
verlegen, so daß es nur wenig älter wäre als das hieraus entstandene Yü-kung. E. Faber
geht in seinem »Prehistoric China«¹ sogar so weit, daß er glaubt, es sei noch jünger als
die älteste Fassung des Chou-li, weil es von einem höheren Kulturstande zeuge. Aller-
dings fehlen in den »Riten der Chou-Dynastie« bei der Beschreibung der neun Provinzen
viele Tributartikel, die im Yü-kung aufgezählt werden²; vor allem ist betont worden, daß
ihnen Erzeugnisse wie Eisen und Stahl ganz unbekannt sind. Trotzdem wäre es zu gewagt,
hieraus Schlüsse auf ihr gegenseitiges Alter zu ziehen; denn mit demselben Recht darf
man behaupten, daß die Angaben des Chou-li einen Rückschritt in der Macht und Kultur