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0172 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 172 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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daß an eine Residenz der *Chou*-Könige nicht zu denken ist; denn diese Dynastie hat nur
im *Wei*-Tal oder in *Lo-yang*, dem heutigen Ho-nan-fu, ihren Sitz gehabt. Ausgeschlossen ist
auch ein Hauptsitz der *Hsia*- oder der älteren *Shang*-Dynastie; denn darin dürfen wir der
chinesischen Tradition Glauben schenken¹, daß die ersten 26 Herrscher der *Shang*- oder
*Yin*-Dynastie einige Jahrhunderte hindurch in *Po* und dann in *Ao*, *Hsiang* und *Yin*, jeden-
falls in der heutigen Provinz Honan südlich vom Huang-ho residiert haben. Erst die letzten
vier Herrscher derselben Dynastie haben, wie uns übereinstimmend Ssŭ-MA Ch'ien und die
Bambus-Annalen berichten, den Schwerpunkt des Reiches allmählich in das Gebiet *nördlich
vom Huang-ho* verlegt; sie allein erfüllen somit, was der Wortlaut unseres Textes verlangt.
Nach der Tradition lag ihre Residenz beim heutigen *Ch'i* unweit der Präfekturstadt *Wei-hui*;
wir befinden uns nur etwa 120 km unterhalb der *Lo*-Mündung am Anfang der Großen Ebene,
wo nach Nordosten der ehemalige Mündungslauf des Huang-ho abbiegt und zugleich nach
Osten und Südosten andere Wasserstraßen, wie der *Ch'i* und der hiermit durch Kanäle
verbundene *Huai*, hinausführen; für die aus allen Richtungen zusammenlaufenden Tribut-
wege hätte es wohl kein günstigeres Verkehrszentrum geben können.

Es war gerade der letzte dieser Könige, nämlich Ti-hsin (Chou-hsin), der in dieser
neuen Residenz eine große Schatzkammer, den sogenannten *Hirschturm* oder den Turm von
*Nau-tan* 南 罫, errichtete, einen Bau von 3 li Ausdehnung und 1000 Fuß Höhe, wo alle
Tribute und Erträge der einzelnen Landesteile aufgesammelt werden sollten. Die *Bambus-
Annalen* beschränken sich auf den lakonischen Satz: »Im Sommer seines 5. Regierungsjahres
(1158 v. Chr.) baute er den Turm von *Nau-tan*.« Eingehender und für uns bedeutungs-
voller ist der Bericht bei Ssŭ-MA Ch'ien, da er uns auffallender Weise an die verschiedenen
Tributleistungen der Provinzen des Yü-kung erinnert. So lesen wir in der Übersetzung
von Chavannes (Mém. hist. I, S. 200):

L'empereur exigea des redevances et des taxes considérables, pour accumuler de la monnaie à la
*Terrasse du Cerf*, pour faire regorger de grain le (grenier de) *Kiu-kiao*.² Il rassemblait en nombre
toujours plus grand des *chiens*, des *chevaux* et des *objets rares*; il en remplissait ses palais et ses de-
meures. Il étendait sans cesse les parcs et les terrasses de *Cho-k'ieou*³; il réunit une quantité de *bêtes
sauvages* et *d'oiseaux ailés* qu'il plaça là.⁴

Wenn wir beachten, daß erst von diesem verschwenderischen König bisher unerhörte
Dinge erzählt werden wie die Einrichtung eines großen Tierparks, dann verstehen wir
endlich, warum das *Yü-kung* die seltsamsten Tribute aufzählt, wie Hunde, Füchse, Wild-
katzen und Bären aus der Westprovinz *Liang*. Es scheint darum fast, daß diese Tribute
eigens für jenen Tierpark bestimmt waren.

c) **Weitere Nachweise aus Nachrichten über die Westprovinz Yung.** Kein
Abschnitt der alten Reichsgeographie paßt so vortrefflich in den Ausgang der *Yin-Dynastie*
wie die obige Beschreibung der Provinz *Yung*. Das zeigt ein genauer Vergleich mit den
*Bambus-Annalen*, die einem um so zuverlässigeren Eindruck erwecken, als durch sie andere