National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0178 |
Southern Tibet : vol.8 |
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Dadurch entstehen fünf verschieden große Felder, welche die einzelnen Domänen oder Steuer-
bezirke in ideal-schematischer Form darstellen sollen. Wie einfach das ganze Diagramm
gestaltet ist, wird uns durch den Text selbst mit knappen Worten gesagt:
(Die ersten) 500 li bilden die Königliche Domäne. (Davon) steuern die ersten 100 li den
gesamten Ernteertrag bei, die zweiten 100 li nur die Ähren, die dritten 100 li das Stroh und andere
Erträge, die vierten 100 li das Korn in den Hülsen, die fünften 100 li das reine Korn.
(Die zweiten) 500 li bilden die Domäne der Fürsten. (Davon) gehören die ersten 100 li den
ersten Würdenträgern an, die zweiten 100 li sind die Gebiete der Nan (Fürsten zweiter Stufe), die
übrigen 300 li sind die der anderen Fürsten.
(Die dritten) 500 li bilden die den Frieden sichernde Domäne. In den ersten 300 li erschließt
man die Lehren der geistigen und der sittlichen Bildung, in den folgenden 200 li zeigt man die Kräfte
des Krieges und der Verteidigung.
(Die vierten) 500 li bilden die (von der Kultur) bezwungene Domäne. Die ersten 300 li ent-
halten die J 夷 (-Barbaren), die folgenden 200 li die Steppe(?).¹
(Die fünften) 500 li bilden die kulturlose Domäne. Die ersten 300 li enthalten die Man 蠻
(-Barbaren), die letzten 200 li den Fließenden (Sand).²
Hier wird also die chinesische Oikumene nach politischen und kulturellen Gesichts-
punkten genau geordnet, offenbar in der Tendenz, das Ganze möglichst vor jeder Reibung
oder sonstiger Störung zu bewahren.
An der Spitze steht der König; ihm folgen die Fürsten in ihren verschiedenen Rang-
stufen, die Gelehrten, die Erzieher, die Krieger, die unterworfenen Barbaren und die freien
Barbaren. Den politischen Abstufungen entsprechen die wirtschaftlich-kulturellen. Obenan
stehen die Felder mit den vollsten Erträgen, darauf die mit geringerer Ernte; ihnen folgen
die Siedelungen der Fürstentümer usw., diesen die Grenzbefestigungen der Krieger, diesen
wieder die Steppen der Barbaren und endlich die kulturlose Sandwüste.
b) Alter und Entstehung des Idealbildes. Wir sehen also, daß diese ideale
Einteilung der Oikumene nicht so phantastisch ist, wie sie auf den ersten Blick erscheinen
mag. Denn alle Menschengruppen und Landschaften hat man offenbar der Wirklichkeit
entnommen, um sie in ganz schematischer Weise in ein quadratisches Diagramm von
5000 li Länge einzuordnen.
Unter den Namen müssen die 夷, die Man und der Fließende Sand unsere besondere
Aufmerksamkeit erregen. Teils haben sie ihre Parallelen in der Reichsgeographie des
Yü-kung, teils erinnern sie an entsprechende Angaben in den Bambus-Annalen; so lernen
wir die Man als südliches Barbarenvolk in dem ältesten Kommentar des Annalenwerks
kennen, wo von der Ausdehnung des Reiches unter dem Shang-König Wu-ting die Rede
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