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0179 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 179 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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ist (um 1300 v. Chr., s. oben S. 108).¹ Wenn wir beachten, daß man im Zeitalter der *Chou-
Dynastie* ein umständlicheres Diagramm aufgestellt hat², das China nicht mit 5000 *li*,
sondern mit 7000 *li* im Quadrat darstellt, wenn wir ferner in Betracht ziehen, daß erst
am Ende der *Shang-Dynastie* das Reich dieselbe große Ausdehnung hatte wie unter der
*Chou-Dynastie*, dann sehen wir uns gezwungen, das ältere Idealbild Chinas bis in die Zeiten
des Königs Wu-ting hinaufzusetzen, dessen glückliche Regierung in zahlreichen Liedern
gefeiert sein soll.

10. FOLGERUNGEN FÜR DIE KRITIK DER ÄLTESTEN CHINESISCHEN QUELLEN.

**a) Der Streit um ihre Glaubwürdigkeit.** Es hat in China wie in Europa Zeiten
gegeben, wo man die Darstellung der patriarchalischen Urzeit im wesentlichen für histo-
risch hielt. Seitdem man aber mit Kritik an die konfuzianischen Schriften herangetrete-
ist, konnte man die ältere Ansicht nicht mehr aufrechterhalten; hierbei war die Erkenntnis
entscheidend, daß Konfuzius beim Redigieren der alten Texte allein sein großes päda-
gogisches Ziel vor Augen hatte und daher die historische Treue nicht immer wahren konnte.³

Mit welchem Datum fängt nun aber die wirkliche Geschichte an? J. Legge bezeichnet
das durch astronomische Nachprüfung bestätigte Datum des 29. August 776 als das früheste,
welches völlig gesichert ist.⁴ Die Nachrichten des vorausgehenden Jahrtausends, die mit
den ersten König der Shang- oder Yin-Dynastie beginnen, will er im großen und ganzen
noch als glaubwürdig anerkennen. Mayers nimmt eine mehr ablehnende Haltung ein⁵; für
ihn beginnt die historische Periode Chinas erst mit jenem Jahr 776, die halbhistorische
Zeit mit den ersten Königen der *Chou-Dynastie*, während er das Zeitalter der *Yin-Dynastie*
schon zur *«Legendary Period»* rechnet; zu dieser Einteilung hat im wesentlichen der Um-
stand beigetragen, daß die beiden bekanntesten Chronologien der regierenden Könige vom
9. Jahrhundert ab rückwärts immer weiter von einander abweichen. Nicht so ablehnend
verhält sich Chavannes in seiner berühmten Einleitung zu den *«Mémoires historiques»*; dort
sagt er⁶:

Les faits véritables n'apparaissent qu'avec la dynastie des Tcheou et le prince qu'elle a dépossédé,
le pervers Tcheou-sin, coupable d'avoir trop aimé la belle et cruelle Ta-ki. C'est donc seulement vers
la fin du XIIe siècle avant notre ère que nous sentons se raffermir sous nos pas le terrain jusqu'alors
incertain où nous avait guidés Se-ma Ts'ien.

Auch Hirth glaubt, daß die Nachrichten über den letzten Yin-König schon wirk-
liche historische Quellen sind.⁷

Dagegen werden die Erzählungen über die vorausliegende Zeit mehr oder minder
als das Produkt chinesischer Spekulation hingestellt. So hat man sie als eine Erscheinungs-
form der chinesischen Naturphilosophie zu erklären gesucht. Diese Philosophie habe eine
starke Neigung zu Verkettung konkreter Begriffe; die Glieder dieser Ketten würden ver-
glichen und die gleichgesetzten Glieder in den Ketten, z. B. der Stoffe, Farben, Sterne,
als eine höhere Einheit betrachtet. Diese Einheiten ordnete man, um den Entwicklungs-