National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
|
|
Color Thumbnail -
Table of Contents -
Page Number -
Biliographic Information (Metadata) -
Caption -
Color Image -
Gray HighRes. Image -
Facing Pages -
Graphics -
| 0181 |
Southern Tibet : vol.8 |
Citation Information
OCR Text
149
Dieser neue Standpunkt macht es notwendig, manche kanonisch gewordenen An-
sichten über das chinesische Altertum als unhistorisch zurückzuweisen, während wir an-
deres, was man für apokryph gehalten hat, als wahr und echt erkennen; denn so unheilsvoll
hat auf wissenschaftlichem Gebiete der strenge Konfuzianismus gewirkt, daß er Wahres
unterdrückt oder verfälscht hat.¹
An dieser Stelle können wir uns nur auf die historischen und geographischen Quellen
beschränken. Wenn auch im folgenden von abschließenden Resultaten keineswegs die
Rede sein kann, so dürften die Darlegungen doch schon zur Aufhellung grundlegender
Streitfragen beitragen; sie werden eine klarere Grenze ziehen zwischen Geschichte und
Legende, sie werden uns von der unzuverlässigen konfuzianischen Geschichtsauffassung
zurückführen zu glaubwürdigeren Darstellungen, die sich aus älteren Zeiten unverfälscht
erhalten haben; als Endergebnis werden sie den ersten Versuch einer geordneten Chrono-
logie über die drei ältesten Dynastien bringen, um der künftigen Geschichtsforschung eine
zuverlässigere Grundlage zu liefern.
d) Neue Beiträge zum Shih-ching. Kein Quellenwerk der chinesischen Vorzeit
ist uns in einer solchen Reinheit überliefert wie das Shih-ching, jene berühmte Sammlung
von über 300 Liedern, die zu dem von Konfuzius herausgegebenen Kanon gehört. Manche
Preislieder auf den großen Chou-Fürsten Wen-wang (1123 v. Chr.) konnten wir heranziehen,
um damit die dürren Angaben der Bambus-Annalen zu beleben und zu erweitern; kein
Zweifel, daß sie unmittelbar nach seinem Tode entstanden und niedergeschrieben sind²,
da sie sonst nicht die einzelnen Ereignisse und Namen mit solcher Treue bewahrt hätten.
Dasselbe gilt von dem merkwürdigen Lied II 1 VIII, das den Feldherrn Nan-chung
als den Besieger der Hsien-yün, d. h. der Kun-lun, feiert. Da er ein Ahne des Groß-
meisters Huang-fu war³, der unter dem König Hsüan (827—781) einen Krieg gegen ein
südliches Volk vorbereitete, glaubte man, er habe nicht allzu lange vorher gelebt, so daß
man das Preislied ins 9. Jahrhundert setzte. Aber ein Vergleich mit den Bambus-Annalen
bewies uns, daß es schon ins Jahr 1169 gehört, wo jener Nan-chung die Kun-Barbaren im
Ordos-Land besiegte und den Anfang machte mit dem Bau der späteren Grossen Mauer.
In den Ausgang der Shang-Dynastie versetzten uns die Feiergesänge von Shang,
besonders Lied IV 3 III, wo wir in dem Nachkommen des Wu-ting den letzten dieses Ge-
schlechts wiedererkannten. Einen äußerst wertvollen Rückblick auf das Zeitalter der Hsia-
Dynastie und ihren Sturz durch den ersten Shang-König T'ang gewährte uns Lied IV 5 IV.
e) Die historischen und die legendären Teile im Shu-ching. Im Shu-ching,
dem Klassiker der Urkunden, erkannten wir Quellen von teilweise ungleichartigem oder
sogar ganz zweifelhaftem Charakter. Im großen und ganzen hat sich Legges Urteil bestätigt,
daß die Urkunden vom Beginn der Shang-Dynastie an als glaubwürdig und zeitgenössisch
angesehen werden dürfen, während die Stücke, welche Ereignisse aus älteren Zeiten
1
.
.
.
.
|
.
.
.
.
17
.
.
.
.
|
.
.
.
.
28
.
.
.
.
|
.
.
.
.
38
.
.
.
.
|
.
.
.
.
48
.
.
.
.
|
.
.
.
.
59
.
.
.
.
|
.
.
.
.
69
.
.
.
.
|
.
.
.
.
80
.
.
.
.
|
.
.
.
.
91
.
.
.
.
|
.
.
.
.
101
.
.
.
.
|
.
.
.
.
111
.
.
.
.
|
.
.
.
.
122
.
.
.
.
|
.
.
.
.
132
.
.
.
.
|
.
.
.
.
142
.
.
.
.
|
.
.
.
.
152
.
.
.
.
|
.
.
.
.
162
.
.
.
.
|
.
.
.
.
173
.
.
.
.
|
179
180
181
182
183
.
.
.
.
|
.
.
.
.
193
.
.
.
.
|
.
.
.
.
203
.
.
.
.
|
.
.
.
.
213
.
.
.
.
|
.
.
.
.
223
.
.
.
.
|
.
.
.
.
233
.
.
.
.
|
.
.
.
.
243
.
.
.
.
|
.
.
.
.
254
.
.
.
.
|
.
.
.
.
264
.
.
.
.
|
.
.
.
.
275
.
.
.
.
|
.
.
.
.
287
.
.
.
.
|
.
.
.
.
298
.
.
.
.
|
.
.
.
.
308
.
.
.
.
|
.
.
.
.
319
.
.
.
.
|
.
.
.
.
331
.
.
.
.
|
.
.
.
.
346
.
.
.
.
|
.
.
.
.
357
.
.
.
.
|
.
.
.
.
368
.
.
.
.
|
.
.
.
.
378
.
.
.
.
|
.
.
.
.
388
.
.
.
.
|
.
.
.
.
398
.
.
.
.
|
.
.
.
.
408
.
.
.
.
|
.
.
.
.
418
.
.
.
.
|
.
.
.
.
428
.
.
.
.
|
.
.
.
.
438
.
.
.
.
|
.
.
.
.
451
.
.
.
.
|
.
.
.
.
469
.
.
.
.
|
.
.
.
.
485
.
.
.
.
|
.
.
.
.
496
.
.
.
.
|
.
.
.
.
508
.
.
.
.
|
.
.
.
.
519
.
.
.
.
|
.
.
.
.
530
.
.
.
.
|
.
.
.
.
545
.
.
.
.
|
.
.
.
.
555
.
.
.
.
|
.
.
.
.
565
.
.
.
.
|
.
582
Copyright (C) 2003-2026
National Institute of Informatics
and
The Toyo Bunko. All Rights Reserved.