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0201 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 201 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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In den Zeiten des Verfalls ging die Erinnerung an die ehemalige Einflußsphäre des
Westens verloren; es ist daher sehr fraglich, ob die Namen jener Westvölker irgend-
wie auf Chou-Karten festgehalten sind.

g) Das Westvolk der Ta-hsia. Nur von dem Völkernamen Ta-hsia 大 夏 dürfen
wir mit Sicherheit behaupten, daß er in der Kartographie Aufnahme fand, da er sich bis
in die großen Zeiten der Han-Dynastie weiter verfolgen läßt.

Bisher waren es wilde Barbarenvölker wie die Tung gewesen, die auf der chine-
sischen Erdkarte den äußersten Westen einnahmen; nun traten auf der Chou-Karte neben
sie oder gar an ihre Stelle die Ta-hsia; doch als die Erfinder der musikalischen Töne
wurden sie bald wieder in legendenhafte Ferne hinausgerückt. Jedenfalls ist aus den von
O. Franke¹ zusammengestellten Zeugnissen keineswegs zu entnehmen, daß die späteren
Angaben über die Ta-hsia wirklich authentisch sind. Wenn z. B. der Herzog Huan 桓
von Ch'i (Ts'i, 685—643 v. Chr.) sich rühmt, im Westen Ta-hsia unterworfen und den
Fließenden Sand überschritten zu haben, oder wenn der Kaiser Shih-huang auf einer
steinernen Gedenktafel im Jahre 219 v. Chr. von sich sagen läßt: »Im Westen überschritt
er den Fließenden Sand, im Süden kam er zum Ende von Pei-hu (s. oben S. 151), im Osten
beherrschte er das Ostmeer, im Norden durchzog er Ta-hsia«, oder wenn vollends sein
Sohn dem alten Minister Yü die Legende andichtet, derselbe habe bei seinen Arbeiten am
Huang-ho das Lung-men (s. oben S. 118) durchstochen und so den Weg nach Ta-hsia frei
gemacht —, so sind das alles lediglich rhetorische Wendungen; und diese müssen geradezu
aus Karten der chinesischen Oikumene herausgelesen sein, wo der Name Ta-hsia am Ende
der Welt im fernsten Nordwesten oder Westen eingetragen war.²

2. KARTENVORLAGEN ZUM ERH-YA.

a) Die Pflege der Kartographie im Zeitalter des Konfuzius. Einen Wende-
punkt in der Geschichte der chinesischen Geographie bedeutet die Herausgabe des Yü-kung
durch Konfuzius. Zu Anfang der Chou war die Darstellung des Reiches und seiner Teile