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0203 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 203 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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Yü-Stein des Yo-shan¹ gebaute Schatzhaus des Westens und das Schatzhaus des Nord-
westens, das aus dem Ch'iu-lin und Lang-kan² der Erhebung des K'un-lun gebaut sein soll.

Nach Angaben über die fünf Landzonen, über die utopische quadratische Einteilung
Chinas, wie wir sie vom letzten Abschnitt des Yü-kung kennen (s. oben S. 145 f.), sowie
nach einer Aufzählung der Wildnisse kehrt das Kapitel schließlich zu mehr geographischen
Dingen zurück, indem es nach einem schematischen Erdbilde die vier Pole, vier Steppen-
gebiete und vier Meere behandelt. In kartographischer Beziehung ist besonders der An-
fang charakteristisch:

Wenn man im Osten bis zur Ferne des T'ai(-shan) (Shantung) geht, im Westen bis zum Fürs-
tentum Pin (Ursitz der Chou, im N. vom Wei-Tal), im Süden bis nach Pu-yen 濮鈴 (im N. vom Tung-
t'ing-See)³ und im Norden bis nach Chu-li 嶽 栗⁴, so nennt man das die vier Pole. Chih-chu 秖 竹
(im Norden)⁴, Pei-hu (im Süden)⁵, Hsi-wang-mu (im Westen) und (das Land) unter der Sonne 日 下
heißen die vier Steppengebiete. Die neun I (im Osten), die acht Ti (im Norden), die sieben Jung
(im Westen) und die sechs Man (im Süden)⁶ — das nennt man die vier Meere.

Besonders dieser letzte Satz würde uns ganz unverständlich bleiben — man beachte
besonders die Gleichsetzung der Barbarenvölker mit den vier Meeren —, wenn wir ihn
nicht aus einer Kartenvorlage erklären könnten. Die Hauptdaten einer solchen Erdkarte
hätten also darin bestanden, daß am Rande der vier Meere die vier Barbarenvölker ein-
getragen waren; diesen folgten nach der Mitte zu die Steppenzonen und diesen wieder
die äußersten Punkte des Reiches der neun Provinzen. Im Hinblick auf die Westgrenze
ist beachtenswert, daß hier das Reich nicht über das Wei-Tal hinausging, was unseren
Schlußfolgerungen aus dem Chou-shu entspricht. Eine neue Eintragung dagegen ist der
unten zu erörternde Name Hsi-wang-mu, der von jetzt ab auf Jahrhunderte hinaus das
äußerste Westland bezeichnete und damit in der Kartographie bald große Verwirrung her-
vorrufen sollte; allerdings ist als fernster Punkt von früher her noch der Name Yung
übernommen, aber später sollte dieser allmählich ganz verschwinden.

c) Eine Karte vom K'un-lun und Huang-ho. Während uns die bisherigen An-
gaben des Erh-ya lediglich mit den Umrissen einer populären Chou-Karte bekannt machen,
führen uns die folgenden in einige Einzelheiten hinein. Wir übergehen die unwichtigen
Kapitel X (Wälle und Ufer) und XI (Erläuterungen über die Berge), um uns gleich dem
über die Gewässer handelnden Kapitel XII zuzuwenden, wo für uns der Abschnitt über
die «Krümmungen des Ho» am wichtigsten ist; denn es ist dies nach dem Yü-kung die
erste bisher kaum beachtete Beschreibung des Huang-ho, die folgendermaßen lautet⁷: