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0224 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 224 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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Diese glücklichen Maßnahmen hatten also zur Folge, daß man die Reichsgrenze vom
Südrande des Ordoslandes um etwa 400 km bis an die nördliche Umrandung des Huang-ho-
Bogens vorschob; für die Reichskarte bedeutete dies einen bedeutenden Zuwachs.
Auch nach Westen hin hatte man Fortschritte gemacht. Was den dortigen Bezirk
Lung-hsi 隴 西 betrifft, so hat er seinen Namen daher, weil er sich westlich vom Lung-
shan, einem Berg bei der Stadt Ching, ausdehnt. Er war das erste Eroberungsgebiet der
Ch'in-Fürsten (seit 770 v. Chr.), die vom oberen Wei-Tal aus einen Gau nach dem anderen
den Westbarbaren abgerungen hatten; dem Fürsten Mu war es im Jahre 623 v. Chr. sogar
gelungen, durch die Eroberung von 12 fremden Gaustaaten die Führerschaft über die West-
barbaren zu gewinnen.¹ Doch war dies nur ein vorübergehender Erfolg gewesen. Während
der kaiserlichen Herrschaft erstreckte sich der Bezik bis zum Huang-ho und T'ao-ho und
mag weiter südlich das ganze Quellgebiet des heutigen Chia-ling-chiang umfaßt haben, so
daß an dieser Stelle wieder das Schwarzwasser (Hei-shui) erreicht, das wir vom Yü-kung
her als westlichen Grenzfluß kennengelernt haben. Sonst war aber das Gebirgsland be-
sonders nach dem Huang-ho zu junges Kolonialgebiet.

c) Die westlichen Grenzbezirke am Yangtse. Gegenüber dem Grenzgebiet am
Huang-ho zeigt das am Yangtse einen noch größeren Zuwachs nach Westen. Hier lernen
wir vier Bezirke außerhalb der ehemaligen Reichsgrenze kennen: Han-chung, Pa, Shu
und Ch'ien-chung. Das Gebiet von Han-chung 漢 中 am Oberlauf des Han lag allerdings
auf der Wen-wang-Karte innerhalb des Reichsgebietes in der Provinz Liang, aber der
Chou-Dynastie war dieser Besitz wieder verlorengegangen (s. oben S. 167). Oberhalb von
I-ch'ang werden uns am oberen Yangtse die Bezirke Pa und Shu (heutige Provinz
Sz'-tschwan), deren Herrscher früher nur vorübergehend dem Chou-König oder seinem
Vasallenfürsten von Ch'u tributpflichtig waren; erst seit 316 v. Chr. war es mit ihrer Selb-
ständigkeit vorbei.²

Durch die Einverleibung dieser Gebiete hatte der Heng-shan, den wir westlich vom
Tung-t'ing-See festgestellt haben³, seine Bedeutung als äußerster Südpunkt verloren.
Nach Süden wie auch nach Südwesten drang chinesischer Einfluß vor; so lernen wir den
Yüang-chüng aufwärts bis zur heutigen Provinz Kweitschou den Grenzbezirk Ch'ien-chung
黔 中 kennen. Ob aber dieser gewaltige Zuwachs, der im großen und ganzen von I-ch'ang
bis nach Ta-ch'ien-lu in Sz'-tschwan reichte, eine eingehende Kartierung erhalten hat,
bleibt wegen der geringeren Zugänglichkeit dieses ausgedehnten Gebirgslandes im all-