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0230 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 230 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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die beiden südwestlichsten Grenzbezirke geschaffen worden¹: *Yüeh-sui* 越 嶲, das heutige
Ning-yüan, und *I-chou* 益 州, das ehemals das Königreich *Tien* 滇 in der heutigen Provinz
Yünnan war.² Somit verlief die neue westliche Reichsgrenze etwa von *Hsi-ning* bis nach
*Yünnan*, d. h. nahezu in der Linie des 102. Meridians. Überall stand man an den Eingangspforten nach Tibet und Hinterindien.

**d) Das Übergangsland nach Ostturkistan.** Das Kartenbild über die westlichen
Grenzlande wäre unvollständig gewesen, wenn es nicht das Kolonialgebiet jenseits des
oberen *Huang-ho* berücksichtigt hätte, das man unter dem Namen *Ho-hsi*, d. h. westlich
vom Ho, zusammenfaßte und zugleich ins Reichsgebiet eingliederte.

Unter den ersten Han-Kaisern war dieses Übergangsland für die Chinesen noch eine
*terra incognita*, da es nach der Vertreibung der *Yüeh-chih* (176 v. Chr.) den *Hunnen* unterworfen war. Soweit wir wissen, ist CHANG CH'IEN als erster Chinese hier vorgedrungen,
als er die neuen Sitze der *Yüeh-chih* suchte (138 v. Chr.).³ Befreit wurde das Land von der
hunnischen Oberherrschaft erst im Jahre 121 v. Chr.; damals brachte die entscheidende
Wendung der Feldherr HO-CH'Ü-P'ING herbei, indem er auf seinem ersten Feldzug bei
*Kao-lan* 皋 蘭 unweit von Kan-chou die dortigen Hunnen vernichtete⁴; auf dem zweiten
Zuge eroberte er *Ch'ü-yen* 居 延 am unteren Edsin-gol und das *Ch'i-lien-* 祁 連 Gebirge
südlich von Kan-chou.⁵ Noch in demselben Jahre werden hier die neuen Bezirke *Wu-wei*