National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0231 |
Southern Tibet : vol.8 |
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(Liang-chou) und *Chuu-ch'üan* (Su-chou) eingerichtet, zehn Jahre darauf trennte man von
ihnen als besondere Bezirke *Chang-yeh* (Kan-chou) und *Tun-huang* (Sha-chou) ab.
Um dieselbe Zeit wurde dieses ganze Kolonialgebiet gegen die Hunnen durch eine
Mauer geschützt, welche in *Ling-chü* 令居 am unteren Edsin-gol ihren Anfang nahm¹; im
Jahre 106 v. Chr. wurde der Bau bis über *Tun-huang* hinaus fortgesetzt, um endlich im
Sperrtor von *Yü-men* seinen Abschluß zu finden.² Schon dieser Mauerbau, dazu die Ver-
waltung der dortigen Bezirke, die Verteilung der Besatzungstruppen sowie alle anderen
militärischen und politischen Maßnahmen, die in einem so wichtigen Aufmarsch- und Durch-
gangsgebiete zu treffen waren, müssen von vornherein die Aufstellung von Karten und
Plänen gefordert haben. Daher dürfen wir gerade für diese neugebildeten Bezirke be-
sonders sorgfältige Spezialkarten voraussetzen.
Selbst, wenn von da aus Vorstöße in Feindesland unternommen wurden, waren die
Führer darauf bedacht, ihre Route kartographisch festlegen zu lassen. Als zum Beispiel
der General Li Ling 李陵 von dem äußersten Vorposten *Chü-yen* aus einen Wüstenmarsch
von 30 Tagereisen nordwärts gegen das Hauptlager der *Hunnen* (Karakorum?) unternahm,
schickte er, wie ausdrücklich berichtet wird, von einem Feldlager dem Kaiser eine Itinerar-
karte zu, die alle von ihm durchzogenen Berge, Flüsse und die Bodenverhältnisse zur
Darstellung brachte.³ In Beziehung zu den Bezirkskarten der Nordwestgrenze bildete diese
Karte gewissermaßen die Fortsetzung in ein bisher unbekanntes Nordland.
Auf diese Weise wurde zugleich das hypothetische Nordmeer in immer weitere Ferne
gerückt. Wenn bei den Hunnen chinesische Gesandte auf Nimmerwiedersehen verschwanden,
dann suchte man sich in der Heimat mit dem Gedanken zu beruhigen, sie seien in eine
unbewohnte Gegend am Nordmeer verbannt worden; solche Dinge werden uns wiederholt
berichtet.⁴ Bisher haben unsere Erklärer an den fernen *Baikal-See* gedacht. Wenn wir
uns aber in den Vorstellungskreis der alten Zeit versenken, erscheint es uns sehr unwahr-
scheinlich, daß bestimmte Nachrichten von einem See im fernen Norden vorgelegen haben.
2. DIE YÜ-KUNG-KARTE.
a) **Allgemeines.** Es war ein merkwürdiges Zusammentreffen, daß um dieselbe Zeit,
als man in China mit großer Spannung die Eroberungen und Entdeckungen im Nordwesten
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