National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books

> > > >
Color New!IIIF Color HighRes Gray HighRes PDF   Japanese English
0234 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 234 (Grayscale High Resolution Image)

New!Citation Information

doi: 10.20676/00000263
Citation Format: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR Text

c) Entlehnungen aus der Yü-kung-Karte. Hier können wir uns nur darauf
beschränken, nach dem Shui-ching-chu die westlichen Grenzgebiete in großen Umrissen
zu betrachten. Richten wir dort unser Augenmerk auf die verschiedenen Namen, so fällt
uns auf, daß darunter viele Bezeichnungen an die obige Yü-kung-Karte erinnern. Wenn
wir im Norden anfangen, so sehen wir, daß dort der Fluß von Tun-huang Schwarzwasser
(Hei-shui) heißt, und ebenso finden wir dort San-wei, San-miao und Fließender Sand (Lui-sha)
eingetragen; dabei ist es sehr charakteristisch, daß man dem Fluß nicht seinen richtigen
Lauf nach Norden und Westen gegeben hat, sondern wie im Yü-kung umgekehrt nach
Süden, weil er ja ins Südmeer einmünden soll.¹ Mit Weichwasser (Jo-shui) ist der aus
einer Anzahl von Quellflüssen entstehende Fluß von Kan-chou bezeichnet, mit Ho-li der
letzte Bergrücken unterhalb der Bezirkstadt Chang-yeh.² Den Namen Westmeer (Hsi-hai),
eins der vier Meere, die auf älteren Reichskarten die Erde umgeben, sehen wir jetzt
auf einen Binnensee übertragen, den Kuku-nor in Nordost-Tibet.³ K'un-lun und Chi-shih
sind bis zu der Quelle des (Huang-)Ho hinaufgeschoben. Das alte Tributvolk der Hsi-chih
(s. oben S. 130) finden wir — natürlich ohne geographische Berechtigung — innerhalb der
Huang-ho-Kehre wieder⁴, während uns die Ch'ü-sou, die im Yü-kung zusammen mit den
Hsi-chih aufgezählt werden (s. oben S. 130), erst innerhalb des Huang-ho-Bogens im
Ordoslande entgegentreten.⁵ Das Hsi-ch'ing-Gebirge ist ein Grenzgebirge Nordost-Tibets
geworden⁶, wie es noch die modernen Karten zeigen. Ebenso hat sich bis heute die falsche
Ansetzung des Min-shan mit dem hiernach benannten Min-ho erhalten⁷, ferner die südliche
Verlegung des Heng-shan.

d) Entlehnungen aus älteren Reichskarten. Außerdem dürfen wir in der jüngeren
Han-Karte Material aus älteren Karten erwarten. So erinnert an die Chou-Karte die An-
setzung der rätselhaften Namen Ta-hsia und Hsi-wang-mu.⁸ Ta-hsia bezeichnet nach dem
Shui-ching-chu einen Kreis in dem westlichen Grenzbezirk Lung-hsi, und auch der dortige
Zufluß des T'ao-ho führt denselben Namen.⁹ Eben noch außerhalb der Westgrenze und
dazu nördlich vom Hsi-hai (Kuku-nor) gibt es das »Steinerne Haus« und den »Steintopf«
des Hsi-wang-mu.

Alle diese Angaben sind eingefügt in ein Kartenbild, dessen Grundzüge anscheinend
aus der älteren Han-Karte übernommen sind. In der folgenden Betrachtung der west-
lichen Grenzbezirke werden wir uns auf die allerwichtigsten Neuerungen beschränken; eine
systematische Untersuchung ist nur in einem größeren Rahmen möglich, der das gesamte
Shui-ching-chu umfaßt.

e) Die Grenzbezirke im Nordwesten. Stellen wir die wesentlichsten Daten zu-
sammen, so scheinen zunächst die neuen Bezirke Tun-huang (Sha-chou), Chiu-ch'üan (Su-
chou), Chang-yeh (Kan-chou) in der Richtung von Westen nach Osten zu folgen; daran