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0242 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 242 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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Konow¹ die *Ta-hsia* zu Vorfahren der *Tocharer*, da diese schon *vor* den *Yüeh-chih* in Baktrien eingewandert und dann von den letzteren unterworfen sein sollen. Ausschlaggebend ist für sie der Namensanklang des rekonstruierten Lautes *Ta-ha* an *Tocharoi*.

Aber war denn, wie Schlegel, Marquarts Gewährsmann, behauptet hat, die alte Aussprache wirklich *Ta-ha*? Neuerdings haben F. W. K. Müller² und unabhängig von ihm W. Karlgren³ festgestellt, daß der alte Laut eher *Tai-ha* gewesen sein müsse. Wenn auch eine sichere Entscheidung in dieser phonetische Frage vorläufig nicht möglich ist, die etymologische Verbindung mit *Tocharoi* ist mindestens sehr anfechtbar. Sie wird geradezu illusorisch, wenn wir drei andere Momente in Betracht ziehen, über die man bisher achtlos hinweggegangen ist.

Das erste Moment besteht darin, daß die Chinesen, obgleich ihnen die Namen *Ta-hsia* und *Tu-ho-lo* (für Tocharoi und Tokhāra) durchaus geläufig waren, selber niemals auf den Gedanken gekommen sind, sie miteinander zu identifizieren. Dieser Fall wiegt um so schwerer, weil sie bei ihren nur selten unterbrochenen Beziehungen zu *Baktrien* immer wieder auf den alten Namen *Ta-hsia* zurückgekommen sind. Besonders bezeichnend ist hierfür die von Chavannes übersetzte Angabe der *T'ang-Annalen* (618—906 n. Chr.)⁴:

Le *T'ou-ho-lo* est appelé parfois *T'ou-ho-lo* ou *Tou-ho-lo*. C'est les pays qu'on appelait *T'ou-hou-lo* sous la (dynastie des) *Yuen-Wei* (386—556 n.-Chr.) . . . . C'est l'ancien territoire du (royaume de) *Ta-hia*.

Hier werden also alle möglichen Transkriptionen für *Tokhāra*, *Tukhāra* geliefert; dagegen wird *Ta-hsia* nur aus rein geographischen Gründen hinzugefügt; an eine lautliche Übereinstimmung haben also die Chinesen niemals gedacht.

Wenn auch diese Tatsache an sich nicht beweiskräftig ist, so gewinnt sie doch an Tragweite, sobald wir die beiden anderen Momente sprechen lassen. Das eine ergibt sich aus dem Bericht des Entdeckers Chang Ch'ien. Während er von den *Yüeh-chih* hervorhebt, daß sie als Nomadenvolk von Osten her in das *Oxusland* eingedrungen seien, um sich an dessen Nordufer festzusetzen, betrachtet er die *Ta-hsia* als die seßhafte Bevölkerung Baktriens, die kriegerisch schwach, aber im Handel und Gewerbe äußerst tüchtig sei. Es ist ohne weiteres klar, daß ein solches Urteil nicht einem Volke gelten kann, das erst vor kurzem eingewandert ist, um das griechisch-baktrische Reich zu stürzen. Mit den Ta-hsia sind also zweifellos die alteingesessenen Bewohner gemeint.

Dann können aber die *Tocharer* nicht mit den *Ta-hsia*, sondern nur mit den *Yüeh-chih* identisch sein, die, wie wir wissen, bald nach Chang Ch'iens Expedition die Ta-hsia vollständig unterwarfen und damit Herren von ganz Baktrien wurden.⁵ Daß diese Lösung