National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0250 |
Southern Tibet : vol.8 |
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Nachfolgers Ptolemäus beweisen, ist durch ein paar Mißverständnisse diese griechische
Darstellung so arg entstellt worden, daß die chinesische wenigstens für Ostturkistan immer
noch wahrheitsgetreuer gewesen sein dürfte (s. auch oben S. 9, Anm. 2).
b) Die Lage von Li-chien. Soviel Neues das Han-Hsi-yü-t'u über Ostturkistan,
den Ts'ung-ling und die angrenzenden Länder geboten haben mag, die Ränder der chine-
sischen Oikumene sind wie bei Chang Ch'ien vorläufig dieselben geblieben. Wohl hat man
inzwischen Näheres über Indien und zwar ein hellenistisches Reich am unteren Kabul-Fluß
erfahren, das man Chi-pin (Kophen?) benannte.¹ Sonst sind aber keine besonderen Neue-
rungen hinzugekommen. So behalten als Anwohner des Nordmeeres die Hsiung-nu (Hunnen)
und Yen-ts'ai (Aorsen) ihren Platz; ebenso sind es am Westmeer wiederum die T'iao-chih
(Τάξει) und mit ihnen die aus den älteren Karten übernommenen Namen Jo-shui und
Hsi-wang-mu.
Unmittelbar ans Westmeer tritt aber zugleich ein Name, der bei Chang Ch'ien eine
andere Position eingenommen hat. Es ist der rätselhafte Name Li-chien² bzw. Li-hsien²;
während ihn Chang Ch'ien nördlich von An-hsi (Parthien) setzt, so daß wir an Hyrkanien,
ostiran. Vehrkāna, denken müssen, ist er im Ch'ien Han-shu nach Westen und somit an
dasselbe Meer verlegt, das von T'iao-chih begrenzt wird.³ Damit wird ihm auch in der
chinesischen Kartographie eine bevorzugte Stellung gesichert, und sobald einmal über ein
fernes Westland neue Nachrichten eingingen, sahen sich die chinesischen Annalisten ver-
anlaßt, hiermit das ältere Li-chien in Verbindung zu bringen; ein anderes Land am west-
lichen Ende der Welt konnte es für sie ja nicht geben. Und wie sollten sie denn nach-
prüfen, ob die Nachrichten, die bald zu dieser, bald zu jener Zeit aus nebelhafter Ferne
zu ihnen drangen, einem und demselben Volke zukamen oder nicht!
Es ist notwendig, daß wir uns diese Gedankengänge genau vergegenwärtigen,
besonders wenn wir in den späteren Han-Annalen (25—220 n. Chr.) lesen, Ta Ch'in sei das
alte Li-chien, ferner in den T'ang-Annalen, Ta Fu-lin sei das alte Ta Ch'in. Bisher haben
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