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0252 Southern Tibet : vol.8
Southern Tibet : vol.8 / Page 252 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000263
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nur sagen, daß jenes Westvolk wegen seiner hohen Kultur denselben Namen Mahā-Cina
verdiene. Ta Ch'in oder Groß-China ist also nichts anderes als ein Ehrenname, den ursprüng-
lich iranische Handelsleute einem großen Kulturvolk des fernen Westens gegeben haben;
es geschah wohl in der Absicht, daß in dem verherrlichen Volke die Leute von Čin nicht
niedrige Barbaren, sondern ihr eigenes Ebenbild erblicken sollten!

Den wirklichen Völkernamen für diese Chinesen des Westens erfahren wir somit
nicht; deshalb sind auch alle Versuche, hinter Ta Ch'in einen Fremdnamen zu ergründen,
methodisch von vornherein verfehlt.¹ Das kann hier nicht nachdrücklich genug be-
tont werden.

Anderseits stehen uns durch die Han-Annalen so viele Angaben über die Lage von
Ta Ch'in, über Land und Leute zur Verfügung, daß es eigentlich verwunderlich wäre, wenn
das Rätsel nicht gelöst werden könnte. Schon folgende geographische Daten geben uns
gewisse Anhaltspunkte²:

1. Im Jahre 97 n. Chr. wollte der chinesische Gesandte Kan Ying in T'iao-chih (Τάξη, Bushîr)
das Schiff besteigen, um nach Ta Ch'in zu fahren; die Schiffsleute, die ihn angeblich davon abhielten,
erklärten, man könne bei günstigem Winde in drei Monaten hinüberkommen (D 19 f.).

2. Durch An-hsi (Parthien) führt ein Itinerar, das Hirth in seinen einzelnen Teilen bereits
richtig gedeutet hat; es folgt der alten Reichsstraße über Ho-tu (Hekatompylos?), A-man (Ekbatana) und
Siu-pin (Ktesiphon); es verläuft dann aber nicht weiter westlich nach Syrien zu, sondern biegt südlich
und südwestlich ab, um an einem alten Flußarm des unteren Euphrat den Ort Yü-lo (Hira?) zu er-
reichen. Und dann heißt es: »Von hier reist man südlich zur See nach Ta Ch'in« (D 10. 22 f.).

3. Ferner wird gesagt, daß man »vom Landwege von An-hsi (Parthien) kommend eine krumme
Fahrt zur See mache, dann, nach Norden gehend, im Westen des Meeres herauskomme und so nach
Ta Ch'in gelange« (E 37).

4. Endlich heißt es, daß Ta Ch'in mit An-hsi (Parthien) und T'ien-chu (Indien) inmitten der
See Handel treibe, der ihm zehnfachen Gewinn einbringe (E 28).

Hirth hat zweifellos recht, wenn er nach solchen bestimmt gefaßten Angaben den
Seeweg durch den Persischen Golf und um die Arabische Halbinsel herumführt; aber er
geht entschieden zu weit, wenn er diese Seefahrt erst bei Rekem oder Petra endigen läßt,
das er als den Südhafen von Syrien hinstellen möchte. Aber ganz abgesehen davon, daß
die Wahl eines solchen ungeheuren Umweges eine geographische Unmöglichkeit ist, müssen
wir darauf hinweisen, daß gerade in jener Zeit, in der Kan Ying dieses China des Westens
besuchen wollte, zwischen Parthien und Syrien ein ungestörter reger Verkehr über den